OPCO 2012 – ein erster Zwischenstand

Wie in diesem Blog bereits kurz berichtet,  läuft seit April (und noch bis 21. Juli) ein „Massive Open Online-Course“ zur kritischen Diskussion über die E-Learning-Trends des aktuellen „Horizon“-Reports: http://opco12.de/.  Der Report selbst befindet sich in deutscher Version hier: http://www.campus-innovation.de/node/1509.

Leider sind wir aufgrund der Arbeitsbelastung mit dem Umstieg auf Moodle 2.x  an der UDE nicht dazu gekommen uns so aktiv in den Kurs einzubringen wie wir es gewünscht hatten. Jedoch wollen wir in diesem Beitrag ein paar Schlaglicher der Diskussion der ersten Themen zusammenfassen.

Das erste Thema – gewissermaßen zum Warmlaufen  – bezog sich auf den Horizon Report (und indirekt Trendreports im Allgemeinen).  Zum Beispiel wiesen etliche beteiligte Blogger darauf hin, dass eine sechsjährige Vorausschau für das E-Learning sehr gewagt wäre (z. B. http://whriesenbeck.wordpress.com/2012/04/22/opco12-ein-lupenreiner-report/)  und dass oft schon vorhergesagte Trends sich als kurzfristige Hypes entpuppt   hätten.  Jede/r wird sicher zustimmen, dass bei einem so dynamischen und komplexen Bereich wie E-Learning/Lerntechnologien usw.  Voraussagen nicht einfach sind.  Da ich seit Jahren Horizon wie auch Gartner verfolge bin ich aber weniger überrascht oder enttäuscht, weil Einschätzungen gelegentlich daneben liegen, sondern sehe diese Reports durchaus als überwiegend nützliche Prognosen an.

Die nächsten beiden Themen im Kurs wie im Horizon Report waren Mobile Apps und  Tablet Computing, die wir hier zusammen betrachten wollen. Mit der neuen Geräteklasse, die v.a. durch Apples iPad etabliert wurde, aber eben auch durch die Konkurrenten Android und Windows, haben sich die Erwartungen  an das „Überall-Computing“ weiter erhöht und verändert. Tablets (wie Smartphones) sind als Endgeräte hochpersonalisiert – jede/r hat seine/ihre eigene App-Sammlung. Die Trennung in eine private und eine dienstliche Arbeitsumgebung wird zunehmend irritierend. Folglich setzt sich immer mehr die Forderung durch, in Universitäten, Schulen und Unternehmen die Voraussetzungen für „Bring your own device“ (BYOD) zu schaffen. Damit stellen sich eine Reihe von Fragen für diese Organisationen und deren IT-Zentren, z. B.

  •  Wie kann eine hinreichende Infrastruktur – Netze (WLAN), Steckdosen, Arbeitsplätze – gewährleistet werden
  • Welcher Support wird für diese Geräte geleistet?
  • Sicherheit

Jedoch zeigen sich auch andere, vielleicht nicht auf den ersten Blick offensichtliche Probleme, z.B. verschärft sich evtl. der „digital divide“  in Kindergärten, Schulen, Universitäten bzw. wie kann dem entgegengewirkt werden?

Infrastrukturen und Support sind ja erst mal nur Voraussetzungen für neue Formen von E-Learning bzw. M-Learning.  In der OPCO Diskussion ist dabei durchaus umstritten,  welchen Wert für das Lernen die neuen Geräte haben. Zum einen werden – wie schon seit Jahren für das E-Learning allgemein – Veränderungen erwartet wie eine größere Lernerzentriertheit, Aufwertung des informellen Lernens, stärkere Orientierung auf Kollaboration, Veränderung der Lehrendenrolle hin zu Moderation und Mentoring von Lernprozessen. Die neuen Geräte und Apps sollen diese Entwicklung u.a. befördern

Demgegenüber sehen andere, z. B. der Schweizer Doebeli-Honnegger http://opco12.de/files/2012/05/Doebeli/Thesen.pdf bisher keine didaktische Innovation speziell durch Tablets und nur ein begrenztes Einsatzgebiet im Kindergarten und der Elementarschule.
“Frawadi” weist darauf hin, dass an manchen Hochschulen bereits ein Gegentrend herrscht, nämlich die Aussperrung solcher Gerät aus den Lehrveranstaltungen wegen des Problems der „geteilten Aufmerksamkeit“ (http://frawadi.wordpress.com/2012/05/21/mobile-gerate-an-der-hochschule-byod-als-synonym-fur-das-bose-8/).

Die bisherige Diskussion zeigt so, dass sich durch die neuen Entwicklungen viele Fragen auf unterschiedlichen Ebenen stellen. Diese Fragen anzugehen, bedeutet in der Praxis v.a. dass verschiedene Bereiche von der Infrastruktur, über die E-learning-Experten (didaktisch und technisch) bis hin zu IT-Sicherheitsfachleuten und Medienspezialisten eng zusammenarbeiten müssen, um eine gemeinsame Position und Strategie zu M-Learning für die jeweilige Institution zu erarbeiten.

Dieser Beitrag wurde unter Trends & Entwicklungen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>