Die Politik der Wehrpflicht in Europa im 21. Jahrhundert: Eine qualitativ vergleichende Analyse

Von Isabel Badia

Die Anforderungen an staatliche Armeen und damit auch die Politik der Wehrpflicht sind in den letzten Jahrzehnten im deutlichen Wandel – doch welche Faktoren führten dazu, dass die Wehrpflicht in einigen Ländern de facto abgeschafft wurde, in anderen jedoch nicht?

In ihrem Blogbeitrag identifiziert Isabel Badia mittels qualitativ vergleichender Analyse (QCA), welche Faktoren zur Beibehaltung oder Abschaffung der Wehrpflicht in europäischen Staaten führten.

Der Beitrag basiert auf der BA-Arbeit der Autorin, die am Lehrstuhl für Empirische Politikwissenschaft durch Achim Goerres und Florian Rabuza betreut worden ist.

 

Die europäische Sicherheitspolitik wurde in den vergangenen Jahrzehnten bedingt durch die Überwindung des Ost-West-Gegensatzes und die gesellschaftlichen Umbrüchen von 1989/90 großen Um- und Neugestaltungen unterzogen, die sich deutlich in den Wehr- und Rekrutierungsstrukturen der Streitkräfte widerspiegeln. Einhergehend mit dem Wandel, der heute auftretenden asymmetrischen Konfliktformen und dem hybriden Bedrohungsspektrum, werden neue Sicherheitskonzepte erforderlich. Im Zuge dessen hat sich der Anspruch an die Streitkräfte weg von einer Massenarmee hin zu hoch professionellen und flexiblen Soldaten mit verändertem Aufgabenspektrum geändert.

Die beschriebenen Tendenzen lassen sich anhand der Beibehaltung oder Aussetzung der Wehrpflicht illustrieren: Derzeit beruft sich nur noch jedes siebte NATO-Mitglied (Estland, Griechenland, Norwegen, Türkei) und sechs von 28 EU-Mitgliedern (Dänemark, Estland, Finnland, Griechenland, Österreich, Zypern) auf eine gesetzliche oder verfassungsrechtliche Grundlage, um seine Staatsbürger zum Wehrdienst einzuziehen. Diese Faktenlage verdeutlicht, dass die Wehrpflicht für die Armeen der Zukunft ein Auslaufmodell im europäischen Raum darstellt.

Im Mittelpunkt meiner Analyse steht daher die Frage: Welche Faktoren bewirken, dass einige Länder ihre Wehrpflicht aussetzen oder abschaffen und weshalb behalten einige wenige Länder die Wehrpflicht bei?

Zur Beantwortung wird eine qualitativ vergleichende Analyse (QCA) durchgeführt. Die QCA ist eine Methode zur Analyse von Kausalverhältnissen bei einer geringen natürlichen Fallanzahl. Hierbei wird angenommen, dass insbesondere die wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnisse der erklärenden Variablen untereinander maßgeblich auf das Outcome (Beibehaltung oder Aussetzung der Wehrpflicht) einwirken. Besonders an der QCA ist, dass anstelle einer Ausschließung von Drittvariablen eine kontrollierte Einbeziehung dieser Variablen vorgenommen wird. In die Analyse wird somit zunächst eine vergleichsweise hohe Anzahl von potentiell erklärenden Variablen einbezogen, wobei deren Kombinationen und Korrelationen untereinander im Zentrum der Untersuchung stehen und erst im Verlauf dieser, durch logische Verfahren, Vereinfachungen des Erklärungsterms vorgenommen werden. Im Rahmen dessen werden die Variablen dahingehend untersucht, ob sie notwendige oder hinreichende Bedingungen für eines der beiden Outcomes darstellen. Anschließend werden die ermittelten Bedingungen auf ihre Konsistenz und Abdeckung überprüft. Zur Realisierung der Analyse wird das Computerprogramm Tosmana verwandt.

In die Analyse werden die Staaten einbezogen, die sich geographisch auf dem europäischen Kontinent befinden. Hierbei finden alle Länder mit mehr als 100.000 Einwohnern Berücksichtigung, was vor dem Hintergrund der theoretischen Annahme erfolgt, dass lediglich Staaten, die in der Lage sind sich selbst zu verteidigen, für die Untersuchung von Relevanz sind. Zudem musste der Kosovo aufgrund zu vieler fehlender Daten ausgeschlossen werden. Die Betrachtung der verbleibenden 41 europäischen Staaten liegt in der über 200 Jahre andauernden Geschichte der Wehrpflicht in diesen Staaten, wie auch dem gemeinsamen Kultur- und Wertekreis, vergleichbaren geostrategischen Bedrohungsszenarien und den Dynamiken der Sicherheitsbündnisse von NATO und EU begründet.

Bei der Untersuchung der Fragestellung können aus der bestehenden Fachliteratur und theoretischen Überlegungen (siehe u.A. Haltiner, Werkner) zehn Variablen aus vier Argumentationsebenen abgeleitet werden. Die Ebenen lassen sich wie folgt definieren: geostrategisch, ökonomisch, politisch und gesellschaftlich.

Die von der Analysetechnik geforderte Dichotomie der Daten ist bei fünf der zehn Variablen, welche nominal skaliert sind, per se beziehungsweise nach geringer Umformungen gegeben, weshalb für die anderen fünf metrisch skalierten Variablen ein Lagemaß, welches den Cutoffpoint definiert, zur Operationalisierung benötigt wird. Aus den ausgewählten Ländern, den definierten Variablen und deren Dichotomisierung ergibt sich dann folgende Wahrheitstafel (Abbildung 1).

 

Abbildung 1: Wahrheitstafel generiert durch Tosmana

Tosmana Wahrheitstabelle WehrpflichtQuelle: Eigene Darstellung

 

Die Untersuchung für das Outcome Aussetzung oder Abschaffung der Wehrpflicht zeigt, dass es zwei notwendige Bedingungen gibt. Zum einen die Abwesenheit einer Dienstpflicht und zum anderen das Vorhandensein einer Demokratie. Die Demokratievariable konnte allerdings nach der Konsistenzüberprüfung aufgrund von Trivialität vernachlässigt werden. Neben den notwendigen Bedingungen existieren zwei Erklärungspfade, die zu dem ersten betrachteten Outcome führen. Als hinreichend werden einerseits die Verknüpfung von der Beteiligung an Auslandseinsätzen der NATO und/ oder EU und die Abwesenheit einer Dienstpflicht und andererseits die Verknüpfung der Abwesenheit einer Dienstpflicht mit einem kleinen bis mittleren Anteil der arbeitenden Bevölkerung, der im militärischen Dienst arbeitet, identifiziert. Für das komplementäre Outcome Beibehaltung der Wehrpflicht lässt sich feststellen, dass es keine einzelne notwendige Bedingung, jedoch zwei einzelne hinreichende Bedingungen, nämlich das Vorhandensein sowohl einer Dienstpflicht als auch das Fehlen einer Demokratie, gibt. Neben diesen hinreichenden Bedingungen existiert eine weitere hinreichende Variablenverknüpfung, die zu diesem Outcome führt. Keine Beteiligung an Auslandseinsätzen und ein großer Anteil der arbeitenden Bevölkerung, der im militärischen Dienst tätig ist, bedingen gemeinsam das Vorhandensein einer Wehrpflicht.

In der Analyse zeigt sich, dass sowohl Variablen aus der geostrategischen Argumentationsebene als auch eine Variable aus der gesellschaftlichen Argumentationsebene relevant für die Fragestellung, ob ein Land seine Wehrpflicht aussetzt oder beibehält, sind. Auffällig ist darüber hinaus, dass insbesondere die gesellschaftliche Variable Dienstpflicht, bis auf den Fall Zypern, immer den gleichen Wert wie das Outcome aufweist. Dies deutet eine herausgehobene Stellung dieser Variable an, gleichwohl gesagt werden muss, dass mit Tosmana keine Einflussstärken, sondern lediglich das Vorhandensein von Einflüssen bestimmt werden kann. Dadurch, dass die Dienstpflicht eine alleinig hinreichende Bedingung für die Beibehaltung der Wehrpflicht darstellt, kann geschlussfolgert werden, dass die Dienstgerechtigkeit, die mit einer Dienstpflicht einhergeht für die Gesellschaft eines Landes mitentscheidend für die Akzeptanz der Wehrpflicht ist. Bedingt durch die umfangreichen gesellschaftlichen und karitativen Dienstleistungen, die in einer Gesellschaft mit Dienstpflicht durch Staatsbürger geleistet werden und somit einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der staatlichen Dienstleistungen erbringen, bestätigt sich ein positiver Einflussfaktor der Dienstpflicht auf die Beibehaltung der Wehrpflicht.

Die zusammengefassten Ergebnisse lassen sich dahingehend interpretieren, dass die Beteiligung eines Landes an Auslandseinsätzen der NATO und/ oder der EU als Indikator für eine Aussetzung der Wehrpflicht herangezogen werden kann. Gleichzeitig besagt diese Variable, dass die Beteiligung an Auslandseinsätzen, jeweils zwar in Verbindung mit einer anderen Variablen, im Gegensatz zur reinen Mitgliedschaft in einem oder beiden Bündnissen Einfluss auf die aufgeworfene Fragestellung hat. Weiterhin lässt sich die Aussage treffen, dass je größer der Anteil der Beschäftigten in der Armee im Vergleich zur restlichen arbeitenden Bevölkerung ist, ebenfalls in Verbindung mit einer anderen Variable, als Einflussfaktor für den Erhalt einer Wehrpflicht gedeutet werden kann.

 

Verwendete Quellen:

Algieri, Franco (2010): Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU. Facultas Verlag, Wien.

Barrios, Dr. Harald (2006): Qualitative Methoden des Vergleichs in der Politikwissenschaft. In: Barrios, Dr. Harald/ Stefes, Christoph H. (2006): Einführung in die Comparative Politics. Oldenbourg Verlag, München, S. 29-51.

Haltiner, Karl W. (1998): The Definite End of th Mass Army in Western Europe? In: Armed Forces & Society, Vol. 25, No. 1, S. 7-36.

Haltiner, Karl W./ Klein, Paul (2002): Europas Streitkräfte im Umbruch – Trends und Gemeinsamkeiten. In: Haltiner, Karl W. / Klein, Paul: Europas Armeen im Umbruch. Nomos, Baden-Baden, S. 7-22.

Josua, Maria (2006): Qualitative Comparative Analysis (QCA) – Eine Einführung. In: Barrios, Dr. Harald/ Stefes, Christoph H. (2006): Einführung in die Comparative Politics. Oldenbourg Verlag, München, S. 59-70.

Küllmer, Michael (2008): Die Umgestaltung der europäischen Streitkräfte: Politik, Wirtschaft und Technologie. Nomos, Baden-Baden.

Werkner, Ines-Jacqueline (2006): Wehrpflicht oder Freiwilligenarmee? Wehrstrukturentscheidungen im europäischen Vergleich. Europäischer Verlag der Wissenschaft (Peter Lang), Frankfurt am Main.


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Bildung, Einkommen und Elternhaus kommunaler Politikerinnen und Politiker in NRW: die stark selektierte Gruppe der gewählten Mitglieder der Gemeinde- und Stadträte

von Alexander Baudisch, Maximilian Schmelzer und Shari Tegeler

Die drei Autoren sind  BA-Studierende für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen.

 Dieser Blogeintrag bezieht sich auf das erste Paper einer Reihe über das Leben kommunaler politischer Eliten in NRW. Die Analyse sozioökonomischer und politischer Faktoren offenbarten signifikante Unterschiede, welche im Folgenden genauer betrachtet werden.

Das Papier, ko-autoriert mit Achim Goerres, Hayfat Hamidou und Florian Rabuza, ist frei verfügbar im Internet.

 

Besitzen kommunale Abgeordnete NRW´s ein politisches Erbe ihrer Eltern? Diese Frage lässt sich anhand der vorliegenden Daten durchaus mit „ja“ beantworten. Dies wird besonders anhand der beiden „Volksparteien“ deutlich: 96% der politisch aktiven Elternteile der CDU-Befragten waren ebenfalls Mitglieder der CDU. Ähnlich verhält es sich mit den Befragten der SPD – hier gaben 80% der Personen, deren Mütter und Väter bereits politisch engagiert waren an, dass ihre Eltern ebenfalls Mitglied der SPD waren. Festzuhalten gilt also, dass politisch aktive Eltern der kommunalen Abgeordneten der Volksparteien ihren Kindern ein parteipolitisches Erbe hinterlassen haben. Für die übrigen untersuchten Parteien lässt sich kein stringentes Muster erkennen – die Parteiaktivität der Eltern ist weniger eindeutig und erstreckt sich teilweise über das gesamte Parteiensystem.

Dennoch gibt es Phänomene, die über alle Parteien hinweg gelten: Unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit scheinen Kommunale Abgeordnete durchschnittlich über höhere Schulabschlüsse zu verfügen als ihre Wähler. Eine Mehrheit von 53% der Befragten gibt das Abitur als ihren höchsten Schulabschluss an. In der Gesamtbevölkerung Nordrhein-Westfalens ist dieser Anteil mit 29% weitaus geringer. Demgegenüber bildet die Gruppe der Hauptschulabgänger mit 8% innerhalb der kommunalen Abgeordneten die kleinste Gruppe – in der Gesamtbevölkerung ist dieser Abschluss mit 34% am häufigsten vertreten.

Ebenfalls bemerkenswert ist die Verzerrung beim Einkommen der Abgeordneten im Vergleich zur Wahlbevölkerung, die in Tabelle 1 zu sehen ist.

 

Tabelle 1: Vergleich Einkommen

Einkommen Kommunale Eliten Allgemeine Bevölkerung
Bis 1300€ 18% 48%
1300€ – 2000€ 12% 30%
2000€ – 2900€ 28% 12%
2900€ – 3500€ 18% 6%
Über 3500€ 25% 4%

Die Quelle für den Bevölkerungsvergleich ist der Allbus 2014. Die Grundgesamtheit sind in Nordrhein-Westfalen lebende Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Beantwortet haben diese Frage 159 von 165 befragten kommunalen Abgeordneten.

2014 besaßen deutschlandweit 50% der Bevölkerung ein Einkommen von bis zu 1300€ netto pro Monat. Dieser Kennwert ist mit 48% in der Stichprobe für NRW nahezu identisch und die am stärksten frequentierte Einkommenskategorie. Im Vergleich dazu gibt nur ein knappes Fünftel der Befragten kommunalen Abgeordneten an, sich in dieser Einkommensgruppe zu befinden. Gespiegelt dazu verhält es sich mit der höchsten Einkommensklasse – Ein Viertel der Politiker verdient mehr als 3500€ netto pro Monat während nur 4% der Allgemeinen Bevölkerung NRWs ein solches Gehalt bezieht.

Auffällig ist weiterhin die Häufigkeit der Einkommensgruppen gemessen an ihrer Größe. Für die allgemeine Bevölkerung scheint zu gelten: Je höher das Einkommensniveau ist, desto seltener wird dieses erreicht. Dieser Befund gilt nicht für die befragten Kommunalen Abgeordneten bei denen die mittlere Kategorie von 2000 – 2900€ am meisten angegeben wird. Es lässt sich kein konkretes Muster erkennen. Abschließend lässt sich sagen, dass kommunale Abgeordnete im Schnitt deutlich wohlhabender sind als ihre Wähler und die Einkommensklassen daher zugunsten der Politiker enorm verzerrt sind.

Zusammenfassend lässt sich auf die Frage, um wen es sich bei den Kommunalpolitikern NRWs handelt, die Erklärung finden, dass es sich um überwiegend verheiratete gut verdienende Männer und Frauen handelt, die besser verdienende Angestellte sind und eine hohe formale Bildung besitzen. Auch nach lokalen Einheiten differenziert, aus denen die Kommunalpolitiker stammen, zeigen sich nur kleinere Unregelmäßigkeiten, wie etwa hinsichtlich des Familienstandes in großen Kommunen und der Bildungsverteilung in kleinen Kommunen.

Auf Grundlage all dieser Beobachtungen der Studie kann davon ausgegangen werden, dass es sich auch bei Kommunalpolitikern um eine Elite, im Sinne einer sich selbst rekrutierenden Gruppe handelt. Diese Punkte geben uns nicht nur ein besseres Bild und Verständnis von den Hintergründen der Kommunalpolitikern in NRW, sondern werfen auch Fragen auf, die beantwortet werden wollen.

 

 


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Mission Possible: eine Hilfe zur Selbsthilfe bei der Auswahl eines Master-Programms nach einem Bachelor in Politikwissenschaft

Von Robert Balliet

Der Autor ist BA-Student der Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Die folgenden Tipps und Grundsatz-Fragen haben das Ziel die Zeit nach dem Bachelor-Abschluss zu entwirren. Es handelt sich um eine Sammlung von nützlichen Ideen, welche keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit aufweisen. Der “Master-Guide” ist eher als Hilfe zur Selbsthilfe zu nutzen.

 

1. Macht ein Master-Studium für mich Sinn?

  • Ist ein Master für meinem Berufswunsch/Berufsrichtung notwendig oder eher als zusätzliche Qualifikation anzusehen?
  • Nachdem ich meinen Bachelor-Abschluss in der Tasche habe, was spricht dafür/dagegen für ein bis zwei Jahre in Vollzeit zu arbeiten? Einen Master kann ich dann immer noch machen oder in Teilzeit studieren.
  • Nutze das Angebot der Arbeitsagenturen und lass Dich beraten

2. Was ist eine passende Hochschule und ein passendes Master-Programm?

  • Folgende Hochschul-Rankings helfen bei der Auswahl
    • CHE- Hochschulranking
    • U-Multirank
    • Hochschulkompass
    • Individuelles Suchen auf den Webseiten der Hochschulen
  • Schreib keine E-Mail an die entsprechenden Studienberater, sondern mach direkt einen persönlichen Termin aus. (Je nach Entfernung ist ein Telefonat sinnvoller)
  • Sichte das Modulhandbuch der Master-Favoriten. Sind die Themenfelder interessant? Welche wissenschaftlichen Methoden werden vermittelt? Hat der Master eher eine theoretische oder eine praktische Schwerpunktausrichtung?
  • Fahre zum Uni-Ort hin. Mach einen kleinen Studienplan für einen Tag. Vielleicht ein Seminar und eine Vorlesung. Wie ist die Stimmung?

3. Woran muss man bei der Bewerbung denken?

  • Wann ist der Bewerbungszeitraum?
  • Bewirb Dich nicht nur für Deine Favoriten. Einige Master-Studiengänge als Backup sind generell nicht verkehrt.
  • Kann ich alle Zulassungsvorraussetzungen vorweisen? Wann muss das vollständige Bachelor-Zeugnis mit Abschluss der Bachelorarbeit vorliegen? Bei der Bewerbung, beim Einschreiben in den Studiengang oder wenn im ersten Master-Semester die Anmeldung zu Prüfungsleistungen stattfinden?
  • Ist ein Motivationsschreiben vonnöten? Gibt es eine Vorlage?
  • Habe ich die erforderlichen Sprachkenntnisse?

4.  Was ist für die Finanzierung des Master-Studiums wichtig?

  • Grundsätzlich wird Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr ausgezahlt (bei Fragen hilft die soziale Beratung des Studierendenwerkes)
  • Auch eine Krankenversicherung über die Familie dauert grundsätzlich bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres (bei Fragen hilft die soziale Beratung des Studierendenwerkes)
  • Eine Beantragung von Bafoeg ist möglich, wenn das 35. Lebensjahr noch nicht überschritten wurde.

Der Artikel ist angelehnt an die Veröffentlichung von UNIGLOBALE Ausgabe

März 2016.

Link zum ganzen Heft:

https://issuu.com/uniglobale/docs/ug14_issuu?e=8367119/33463133

Für weitere Informationen besuchen Sie ebenfalls die Internet Auftritte von:

https://allmaxx.de/magazin-uniglobale

http://www.unicum.de/


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Quo vadis, CDU? Eine selbstverschuldete Niederlage als Chance

Von Matthias Dilling (University of Oxford)

Die CDU konnte nur verlieren, nachdem Guido Wolf, Julia Klöckner und Reiner Haseloff von der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin abgerückt waren. Im mutmaßlichen Kalkül, der rechten AfD die potenziellen Wähler zu nehmen, forderten die drei Spitzenkandidaten eine striktere Regulierung der Flüchtlingsströme. Seit Sonntagabend herrscht die Gewissheit: Dieser Schuss ging sprichwörtlich nach hinten los. Während sie die Abwanderung von Flüchtlingskritikern zur AfD nicht stoppen konnten, verprellte ihre Kritik an der Kanzlerin Teile der Stammwählerschaft der Union. Die Ergebnisse lesen sich wenig berauschend für die Christdemokraten: -12 Prozent in Baden-Württemberg, -3,4 Prozent in Rheinland-Pfalz und -2,7 Prozent in Sachsen-Anhalt und — im Gegensatz zur SPD — kein einziger überzeugender Wahlsieg. Der CDU haben Wolf, Klöckner und Haseloff zudem einen völlig unnötigen Zweifrontenkonflikt beschert. Soll dieser nicht so schmerzlich enden wie im Falle ihrer europäischen Schwesterparteien in Österreich und den Niederlanden, täte die CDU gut daran, sich auf ihren ursprünglichen christdemokratischen Markenkern zu besinnen.

Verluste an die AfD

Das schlechte Abschneiden allein den Spitzenkandidaten zuzuschreiben, wäre sicherlich zu einfach. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kämpften die Christdemokraten aus der Opposition heraus gegen sehr beliebte Amtsinhaber. Dazu kam die Unzufriedenheit mit der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Profitiert hat davon in erster Linie die AfD, die, neben ehemaligen Nichtwählern, vor allem frühere CDU-Wähler für sich gewinnen konnte. Laut Infratest dimap war die CDU in allen drei Wahlen die im Landtag vertretene Partei, die am stärksten an die Rechtspopulisten verlor. 75 Prozent der Wähler, die in Baden-Württemberg von der CDU zur AfD abgewandert sind, gaben als entscheidendes Thema für ihren Wechsel die Flüchtlingskrise an. Dazu beklagten 32 Prozent der CDU-Wähler, Merkel hätte mit ihrer Flüchtlingspolitik einen großen Fehler gemacht. Vor diesem Hintergrund hätte man erwarten können, die Kritik der Spitzenkandidaten an der Kanzlerin würde auf fruchtbaren Boden fallen. So befürworteten auch 61 Prozent der in Sachsen-Anhalt befragten CDU-Wähler Reiner Haseloffs Kritik an Merkels Politik. Weitere Umfragedaten deuten jedoch auf ein fundamentales Dilemma hin, in das sich die Union in der Flüchtlingsfrage manövriert hat.

Die eigene Basis abgeschreckt

Der Versuch, mit der Merkel-Kritik den Aufstieg der AfD zu stoppen, scheiterte nicht nur, sondern hat der CDU sehr wahrscheinlich noch Stimmen bei ihrer eigentlichen Stammwählerschaft gekostet. Die CDU ist keine genuin konservative, sondern eine christdemokratische Partei. Als solche, auch in Zeiten nachlassender Kirchenbindnung, fühlen sich viele Unionswähler dem “C”, und wenn nur als reines Wertekonstrukt, weiterhin verbunden, was sich in einem hohen Anteil an kirchennahen Katholiken und Protestanten in der CDU-Wählerschaft widerspiegelt. Für diese Wähler spielen Werte wie Nächstenliebe und Solidarität eine wichtige Rolle. Es lässt sich vermuten, dass dies auch ihre Haltung zur Flüchtlingsfrage beeinflusst. Für sie war die Kritik an der Politik der Kanzlerin ein Affront, eine Untergrabung des christlichen Profils der CDU, mit dem sie sich in der Vergangenheit identifiziert haben. In seinem Buch Party Brands in Crisis nennt Noam Lupu, Assistant Professor an der University of Wisconsin-Madison, diese Auflösung des traditionellen Images einer Partei “brand dilution”. Eine solche Verwässerung des Parteiprofils muss einer Partei nicht unmittelbar schaden. Jedoch schwächt sie die Parteiidentifikation der Kernwählerschaft und reduziert dadurch den relativ stabilen Wählerpool, auf den sich die Partei in künftigen Wahlen verlassen kann. Dadurch wird eine Partei anfälliger für kurzfristige Faktoren, wie die Bewertung ihrer Regierungsarbeit, was widerum größere Schwankungen in ihren Wahlergebnissen bis hin zu hohen Verlusten wahrscheinlicher macht. Vor diesem Hintergrund war die Strategie von Wolf, Klöckner und Haseloff umso problematischer, da sie nicht auf weitreichende Zustimmung der CDU-Wähler traf. Zwischen 49 und 57 Prozent der Unionswähler in den drei Bundesländern, die am Sonntag gewählt haben, zeigten sich in einer Umfrage von Infratest dimap völlig mit Merkels Flüchtlingspolitik einverstanden. 29 Prozent in Rheinland-Pfalz und 48 Prozent in Baden-Württemberg gaben zudem an, dass sich Klöckner beziehungsweise Wolf unfair gegenüber Merkel verhalten hätte. Ganze 76 Prozent, wohl gemerkt der CDU-Wähler in Baden-Württemberg, begrüßten zudem, dass der grüne Ministerpräsident Kretschmann die Kanzlerin so klar in der Flüchtlingspolitik unterstützt hat. So scheint es auch nicht verwunderlich, dass die baden-württembergische CDU am zweitstärksten an die Grünen verloren hat. Mit ihrer Strategie hat die Union folglich doppelt verloren: Weder konnten die Merkel-Kritiker gehalten, noch die eigene Stammwählerschaft mobilisiert werden.

Flüchtlingskrise als Chance der Profilstärkung

Angesichts von Verlusten nach rechts und links stellt sich eine strategische Frage, die weit über die beiden Bundesländer hinaus Konsequenzen hat: Quo vadis, CDU? Sicherlich, das Abschneiden der AfD darf nicht künstlich hochgespielt werden. Die Partei ist nach wie vor nicht fest im Parteiensystem verankert und das Schicksal der Piraten hat gezeigt, wie schnell der Stern einer Partei auch wieder sinken kann. Dazu kommen Flügelkämpfe zwischen Rechten und Rechtsextremen in der AfD, die eine weitere Spaltung der Partei nicht unmöglich erscheinen lassen. Letztlich darf auch der Protestwahlfaktor nicht unterschätzt werden. Jedoch scheint der Anlass dieses Protestes, die Flüchtlingskrise und die ihr zugrunde liegenden Konflikte im Nahen Osten, und damit wohl auch die AfD in unmittelbarer Zukunft nicht zu verschwinden. Die CDU wird demnach nicht um eine Richtungsentscheidung herum kommen: Soll sie nach rechts rücken und die Positionen der AfD (teilweise) übernehmen oder Merkels eingeschlagenen Kurs konsequent weitergehen?

Während die Situation, zumindest in diesem Ausmaß, für die deutsche Christdemokratie neu ist, lassen sich aus den Erfahrungen der europäischen Schwesterparteien der CDU einige Schlüsse ziehen. Angesichts des Aufstiegs rechtspopulistischer Parteien in Österreich und den Niederlanden standen die dortigen Christdemokraten vor der gleichen Entscheidung: Nach rechts gehen oder in der Mitte bleiben? Noam Gidron, Doktorand an der Harvard University, ist dieser Frage in seiner jüngsten Forschung nachgegangen. Seiner Analyse zufolge wäre die Union schlecht beraten, sich auf den Tanz mit den Rechten einzulassen. Während diese Strategie zwar kurzfristig einen Zuwachs an Stimmen in bestimmten Wählergruppen bringen könnte, wiegen diese Gewinne nicht die Verluste auf, welche die Abwanderung besser gebildeter Wähler der Mittelschicht mit sich bringen würde. Zwar profitierten sowohl die österreichische ÖVP als auch der niederländische CDA kurzfristig von ihrer Zusammenarbeit mit der radikalen Rechten, doch fiel ihr Stimmenanteil von zwischenzeitlich 42,3 Prozent (ÖVP, 2003) und 28,6 Prozent (CDA, 2003) auf knapp 24 und 8,5 Prozent in den letzten Wahlen. Die rechtspopulistische FPÖ und PVV gewannen hingegen und etablierten sich als feste Größe im Parteiensystem. Es scheint demnach strategisch wenig attraktiv für die Union, sich den Positionen der AfD anzunähern.

Stattdessen sollte die CDU die Flüchtlingsdebatte als Chance zur eigenen Profilschärfung nutzen. Nach Jahren der (teils überzogenen) Kritik an der Sozialdemokratisierung der Union täte die CDU gut daran, sich geschlossen hinter Merkel zu stellen. Eine mitfühlende, verantwortungsbewusste und nächstenliebende Flüchtlingspolitik würde zum christdemokratischen Markenkern passen und der Partei wieder eine klarere inhaltliche Ausrichtung geben, die über die Amtszeit Merkels hinweg Bestand haben könnte.

Matthias Dilling promoviert zur Anpassungsfähigkeit christdemokratischer Parteien an der University of Oxford.


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Das langfristige Erfolgspotenzial der AfD in Deutschland: eine wissenschaftliche Spekulation als Audiokommentar

von Achim Goerres

Anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg schlägt der Autor in einem Audiokommentar drei Bestimmungsfaktoren für das langfristige Erfolgspotenzial der AfD in Deutschland vor:

1. die mittelfristige Salienz internationaler Migration nach Deutschland in den Köpfen der Wählerinnen und Wähler aufgrund der Alltagswahrnehmung von Flüchtlingspolitik

2. die mangelnde Beweglichkeit der CDU/CSU nach rechts in Immigrations- und Integrationsfragen als Regierungspartei

3. die vorhersehbar schwierige Professionalisierung der AfD als Partei und in den Fraktionen aufgrund der Schnelligkeit des Ausbaus ihrer Infrastruktur und die damit zwangsweise einhergehenden Skandale und Skandälchen.

Frühere Beiträge in diesem Blog zur AfD:

Achim Goerres: bei der Europawahl 2014 in der Stadt Essen

Michael Kaeding: zum Euroskeptizismus

Simon Franzmann: zur Eurokritik

Achim Goerres: bei der Landtagswahl 2015 in Sachsen

Tobias Frank: bei der Bundestagswahl 2013

Regina Weber: zur Konkurrenz mit der CDU


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Wie wählen eigentlich Politik-Studierende? Ein Audio-Blog-Beitrag

von Achim Goerres

% der Erstsemester in einer hypothestischen Wahl im Oktober 2015 % der Zweitstimmen der 18-25jährigen in NRW bei der BTW 2013 Abweichung in %-Punkten
CDU/CSU 13.2 28.8 -15.6
SPD 31.2 30.5 0.7
FDP 5.8 5.3 0.5
B’90/Grüne 14.3 11.6 2.7
LINKE 24.9 6.8 18.1
AfD 2.6 4.5 -1.9
Piraten 1.6 6.8 -5.3
Andere 6.3 5.6 0.7
Summe 100.0 100.0
Quellen: Erstsemesterbefragung im Oktober 2015 im BA Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen (Goerres/Rabuza) und Repräsentative Wahlstatistik für die BTW 2013

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Zur Eignung von Google-Suchaktivität zur Vorhersage von Wahlergebnissen

Von Sebastian Krause

Der Beitrag basiert auf der BA-Arbeit des Autors, die am Lehrstuhl für Empirische Politikwissenschaft durch Florian Rabuza und Achim Goerres betreut worden ist.

 

In jüngster Vergangenheit wurde in zahlreichen Studien bereits erfolgreich unter Beweis gestellt, dass sich die Suchaktivität von Google-Nutzern eignet, um gegenwärtige Zustände aufzudecken oder gar zukünftige Ereignisse vorherzusagen. Hierzu gehören beispielsweise das regionale Aufkommen von Grippesymptomen, die Handelsaktivität an Börsen, zahlreiche ökonomische Indikatoren, der Sieger von Sportereignissen oder gar das Eintreten terroristischer Anschläge.

Auch in der Politikwissenschaft wurde mit solchen Daten experimentiert, wobei hierfür zum bisherigen Forschungsstand stets auf das frei zugängliche Google Trends gesetzt wurde. Hierbei ist das wesentliche Manko der Umstand, dass die Daten zur Suchaktivität nach eingegebenen Begriffen stets im Verhältnis zum Maximum ausgegeben werden, absolute Zahlen auf diesem Wege also nicht zur Verfügung stehen. Während auf solchen Daten fußende Wahlprognosen in den USA bereits länger praktiziert werden, gibt es für deutsche Wahlen nur wenige vergleichbare Studien und die Nachfrage nach konventionellen Umfragedaten, die durch die „Sonntagsfrage“ erhoben werden, dominiert weiterhin den Markt. Dies ist zum Teil dem Umstand geschuldet, dass es für ein Mehrparteiensystem mit koalitionsstrategischen Überlegungen und der 5 %-Klausel deutlich komplexer ist, zuverlässige Prognosen zu erstellen – sei es mithilfe von Google-Daten oder anderen Prognosemodellen, die z. B. wirtschaftliche Indikatoren oder die Beliebtheitswerte der Kanzlerkandidaten verwenden. Derartige Modelle beschränken sich zumeist darauf, den Wahlsieger oder den Stimmanteil der amtierenden Regierungskoalition vorherzusagen.

Ein Weg zu verwertbareren Daten führt über einen Google AdWords-Account. AdWords ist ein Angebot, mit dem Werbetreibende Anzeigen schalten können, die nach der Eingabe bestimmter Suchbegriffe als Suchergebnis hervorgehoben neben den Suchergebnissen erscheinen. Mit dem enthaltenen Keyword-Tool bietet Google seinen Kunden die Möglichkeit, Suchvolumina für die jeweils werberelevanten Suchbegriffe einzusehen und sie beispielsweise monatsweise oder nach Region, aus der die Anfragen eingespeist wurden, zu filtern. Auf diese Weise erhält man zwar gerundete, aber absolute Zahlen zu den nachgefragten Suchbegriffen, was die Prognose von Stimmanteilen für jede Partei ermöglicht. Jeder betrachteten Partei kann folglich ein absolutes Suchvolumen zugeordnet werden, um es anschließend ins Verhältnis zum Suchvolumen anderer Parteien zu setzen. Dieses Verhältnis korreliert gemäß meiner Überlegungen mit dem späteren Stimmanteil im Wahlergebnis.

Grundlage für meine Analysen ist die Annahme, dass ein Suchinteresse mit der Intention einhergeht, bei der nächsten Wahl für ebendiese Partei zu stimmen. Die deutlich ansteigende Suchaktivität im Rahmen von Wahlen ist bereits ein Indiz für die Verwendbarkeit der Daten für diese Zwecke (s. Abbildung 1). Die Konzepte der Parteiidentifikation von Angus Campbell (vgl. Campbell et al. 1960) sowie die Ökonomische Theorie der Demokratie Anthony Downs‘ (vgl. Downs 1968) unterstützen die Annahmen auf theoretischer Ebene. Wähler investieren im Zuge von Wahlen Informationskosten, um eine rationale Entscheidung für eine Partei treffen zu können. Im Informationszeitalter nehmen Wähler hierfür natürlich auch den Weg über die Internetsuchmaschinen. Google besitzt in Deutschland eine Quasi-Monopolstellung mit einem Marktanteil von derzeit etwa 94 %. Demnach sollte die Suchaktivität hier das spätere Wahlergebnis widerspiegeln.

Abbildung 1: Suchvolumen nach Parteinamen im zeitlichen Verlauf der Bundestagswahl 2013. Y-Achse: Suchanfragen

Abbildung 1: Suchvolumen nach Parteinamen im zeitlichen Verlauf der Bundestagswahl 2013. Y-Achse: Suchanfragen

Zum Zeitpunkt der Abfrage können die Daten der vergangenen zwei Jahre abgerufen werden, sodass die Bundestagswahl 2013 und die Europawahl 2014 in die Analyse einflossen. Die Zahlen lassen sich sowohl monateweise als auch nach geografischen Einheiten filtern. Um die Fallzahl für eine Regressionsanalyse zu erhöhen und aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, wurden die in relative Zahlen umgewandelten Suchvolumina nach Parteien aus den 16 Bundesländern jeweils mit dem Zweitstimmenanteil der Parteien (CDU/CSU, SPD, FDP, die Linke und Bündnis 90/die Grünen) auf Länderebene gegenübergestellt. Dies führt zu einer Fallzahl von jeweils 80 für beide untersuchte Wahlen. Eine weitere Vergrößerung der Fallzahl, beispielsweise indem man die geografischen Einheiten verkleinert oder weitere Parteien aufnimmt, wäre zwar wünschenswert, scheitert jedoch daran, dass teils nicht genügend Suchanfragen für einzelne Fälle vorhanden sind.

Abbildung2: Streudiagramm mit Regressionsgerade. Suche nach Parteinamen unter Verknüpfung mit programmatischen Suchbegriffen und Wahlergebnisse der Bundestagswahl 2013

Abbildung2: Streudiagramm mit Regressionsgerade. Suche nach Parteinamen unter Verknüpfung mit programmatischen Suchbegriffen und Wahlergebnisse der Bundestagswahl 2013

Die Suchaktivität nach bloßen Parteinamen zeigt im Zuge beider Wahlen eine eher geringe Korrelation mit den Wahlergebnissen. Insgesamt kann für die Europawahl 2014 resümiert werden, dass die Suchaktivität einen zu hohen Teil der Varianz in den Wahlergebnissen unerklärt lässt. Sowohl das Suchvolumen als auch die Wahlbeteiligung sind hier deutlich geringer, was sich negativ auf die Qualität der Vorhersage niederschlägt.

Die Prognosen werden umso erfolgreicher, je mehr die Suchbegriffe mit programmatischen Aspekten verknüpft werden (z. B. „SPD Wahlprogramm“ anstelle von „SPD“). So wurden Keywordlisten für jede der fünf Parteien erstellt, für die das Suchvolumen bei AdWords in einem Schritt aufsummiert abgerufen werden kann. Das auf diese Weise aufgestellte Regressionsmodell für die Bundestagswahl 2013 erklärt die Varianz der Stimmanteile zu 91 %. Die durch die Regressionsgerade vorhergesagten Stimmanteile weisen im Schnitt eine nur geringe Abweichung zu den tatsächlichen Wahlergebnissen auf (s. Abbildung 2). Die experimentelle Erweiterung des Modells um die unabhängige Variable „Zweitstimmenergebnis bei der vergangenen Bundestagswahl“ erklärte die Varianz sogar zu 98 %.

In den Ergebnissen sind systematische Schwankungen der Prognosegenauigkeit nach den Parteien zu erkennen (s. Abbildung 3). So liegt z. B. die relative Suchaktivität nach CDU-Begriffen vermutlich wegen der im Schnitt älteren Parteiklientel und ihres geringeren Informationsbedarfs aufgrund der Regierungstätigkeit auffällig häufig unter dem späteren Wahlergebnis.

Abbildung 3: Abweichung der Vorhersage vom Wahlergebnis nach Parteien. Y-Achse: Kürzel der Bundesländer (Bundestagswahl 2013)

Abbildung 3: Abweichung der Vorhersage vom Wahlergebnis nach Parteien. Y-Achse: Kürzel der Bundesländer (Bundestagswahl 2013)

Es besteht eine teilweise starke Korrelation zwischen der oben operationalisierten Suchaktivität im Wahlmonat, die einer Partei zugeordnet werden kann, und dem Wahlergebnis. Bei Wahlvorhersagen – sei es in Deutschland oder im Ausland – blieb ein Teil der Wahlergebnisse stets unvorhersehbar. Es ist daher notwendig und wünschenswert in Zukunft neue und bessere Datenquellen aufzuspüren, die die Prognosegenauigkeit erhöhen. Zusammenfassend kann die Verfügbarkeit derartiger Internetnutzerdaten in Zukunft zu neuen und vielversprechenden Ansätzen im Rahmen von Wahlprognosen abseits der etablierten Umfrageforschung führen. Der Zugang zu solchen Daten ist deutlich einfacher, erfolgt schneller und verursacht im Gegensatz zu repräsentativen Umfragen nur geringe Kosten.

 

Verwendete Quellen:

AT Internet (2015): Suchmaschinenbarometer. Dezember 2014. Online verfügbar unter http://www.atinternet.com/wp-content/uploads/2015/01/Suchmaschinenbarometer-Dezember-2014.pdf, zuletzt geprüft am 12.09.2015.

Bank, Matthias; Larch, Martin; Peter, Georg (2011): Google search volume and its influence on liquidity and returns of German stocks. In: Financial Markets and Portfolio Management 25 (3), S. 239–264.

Campbell, A., Converse, P., Miller, W. E., & Stokes, D. (1960). The American voter. New York: John Wiley

Choi, Hyunyoung; Varian, H. A. L. (2012): Predicting the Present with Google Trends. In: Economic Record 88, S. 2–9.

Downs, Anthony (1968): Ökonomische Theorie der Demokratie. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) (Die Einheit der Gesellschaftswissenschaften, 8).

Groß, Jochen (2010): Die Prognose von Wahlergebnissen. Ansätze und empirische Leistungsfähigkeit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften / GWV Fachverlage, Wiesbaden (VS research. Forschung und Entwicklung in der analytischen Soziologie).

Preis, Tobias; Moat, Helen Susannah; Stanley, H. Eugene; Bishop, Steven (2012): Quantifying the Advantage of Looking Forward. Scientific Reports 2, 350

 


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Die AfD bei der Bundestagswahl 2013 – Welche Faktoren beeinflussten das Wahlergebnis?

von Tobias Frank

Wie lässt sich der Wahlerfolg der AfD bei der letzten Bundestagswahl erklären? Tobias Frank betrachtet in seinem Blogbeitrag verschiedene theoretische Erklärungsmuster und zieht daraus Schlüsse, welches Modell die höchste Erklärungskraft aufweist.

Der Beitrag basiert auf der MA-Arbeit des Autors, die am Lehrstuhl für Empirische Politikwissenschaft durch Achim Goerres und Florian Rabuza betreut worden ist. Die Arbeit wurde mit dem Institutspreis 2015 ausgezeichnet.

AfD-Zweitstimmen 2013Abb. 1: Verteilung der Zweitstimmenanteile der AfD bei der Bundestagswahl 2013

Bei der letzten Bundestagswahl zeigte sich das deutsche Parteiensystem durchaus lebendig. Neben dem beinahe sensationellen Scheitern der FDP an der 5%-Sperrklausel und dem damit einhergehenden Verlust des Regierungsauftrags, erhielt die Alternative für Deutschland (AfD) nach nur sechsmonatiger Gründungsphase auf Anhieb 4,7% der Stimmen und scheiterte damit nur knapp an einer parlamentarischen Repräsentation.In meiner Masterarbeit habe ich nun den Wahlerfolg der Partei anhand sozialstruktureller sowie sozioökonomischer Determinanten auf Ebene der Wahlkreise zu erklären versucht. Dafür habe ich Theorien der Wahlverhaltensforschung aufgegriffen und sie für die quantitative empirische Analyse operationalisiert. Sozioökonomische Determinanten stellen hier Variablen dar, die die soziale und ökonomische Struktur eines Wahlkreises beschreiben und sich üblicherweise auf Statistiken gründen, die Auskunft über formale Bildung und Schulabschluss, Ausbildung und Studium, Beruf und Einkommen, den Wohnort und Eigentumsverhältnisse sowie Liquidität und Kreditwürdigkeit geben. Mit der Sozialstruktur ist in dieser Analyse eine sozialstatistische Definition gemeint, wonach Alter, Bildung, Einkommen etc. unter diesen Begriff fallen.

Als Elitenpartei gegründet übt die AfD eine generelle Kritik an der Regierung und bestehenden politischen Parteien. Ihr Hauptanliegen besteht in der Korrektur der Euro-Politik der Bundesregierung, der stärkeren Durchsetzung nationaler Interessen sowie starker Solidarität zu Bürgern deutscher Herkunft. Bei öffentlichen Auftritten der (teilweise ehemaligen) Führungsriege um Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam sowie auf Wahlkampfplakaten setzt die AfD auf rechtspopulistische Äußerungen, die sie von bestehenden Parteien abgrenzen sollen. Dabei ist Rechtspopulismus als eine Mobilisierungsstrategie zu verstehen, in deren Zentrum es steht, Stimmungen gegenüber Schwächeren zu erzeugen, um dann über erzielte Wahlerfolge mittels demokratisch erworbener Macht die Gesellschaft autoritär umzubauen. Auch die Presse und die Öffentlichkeit haben die AfD schnell als rechtspopulistische Protestpartei charakterisiert. Die analytische Kategorie des Rechtspopulismus weist, zusätzlich zum Begriffskern, Ideologie- und Richtungsmerkmale auf, die die nötige Präzision für eine wissenschaftliche Diskussion aufbringt, so dass in diesem Fall eine Kategorisierung der AfD möglich wird. Die Partei konnte daher in der weiteren Analyse als rechtspopulistisch behandelt und wichtige Erkenntnisse aus der Forschung zum Erfolg rechter sowie rechtspopulistischer Parteien aufgegriffen werden. Außerdem können die Erfolge der neuen rechtspopulistischen Parteien auch als Ausdruck einer tief verankerten Bewusstseinskrise von Teilen der Bevölkerung beschrieben werden. Verbunden damit ist ein fehlendes Vertrauen in die Fähigkeit demokratischer Politik, die Wähler wirklich zu repräsentieren. Dazu stellen sich zudem Gefühle der Überforderung ein, die mit der Sehnsucht nach bekannten abendländischen Wert- und Normvorstellungen einhergehen. Rechtspopulismus kann daher in erster Linie als ein Protestphänomen und als Antwort auf Individualisierung verstanden werden, die mit Modernisierungsprozessen einher geht.

Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarländern konnte in Deutschland keine
rechtspopulistische Partei von den gerade beschriebenen Entwicklungen profitieren.
Populistische Parteien sind hier später entstanden und sie konnten keine nennenswerten
Erfolge auf Bundesebene feiern, sondern beschränkten sich bisher auf die Landes- und
Kommunalebene. Dies änderte sich jedoch mit der Bundestagswahl 2013 als die AfD nur
knapp den Einzug in den Bundestag verpasste.

Die fortschreitende internationale Integration der europäischen Gesellschaften und
Wirtschaft, Entwicklungen im Zuge der Post-Industrialisierung und das Erstarken postmaterialistischer Werte und Policy-Orientierungen verliefen dabei parallel zum
aufkommenden Erfolg dieser Parteien. Viele Forscher betonen, dass die neuen
rechtspopulistischen Parteien Europas, ähnlich wie die alten Parteien des rechten politischen Flügels, Unterstützung von Gruppen erhalten, die als Verlierer aus
Modernisierungsprozessen hervorgehen. Hradil beschreibt diesen Prozess mit dem Begriff
des „sozialen Wandels“. Der Fokus meiner Arbeit liegt auf der der Makroebene, auf der
bestimmte Determinanten hinsichtlich potentieller Effekte auf das Wahlergebnis der AfD bei der Bundestagswahl 2013, untersucht werden sollten. Es herrscht dabei wissenschaftlicher Konsens im Feld der Wahlanalyse, dass ein Zusammenhang zwischen dem Wählerverhalten eines Gebietes und der dort anzutreffenden Sozialstruktur vorhanden ist. Neue Forschungen haben gezeigt, dass diese Annahme noch immer Aktualität aufweist.

Aus der einschlägigen Literatur lassen sich vier theoretische Perspektiven ableiten, mit Hilfe derer überprüfbare Hypothesen generiert werden konnten: der sozialstrukturelle Ansatz beruhend auf Ausführungen von Lazarsfeld et. al. sowie Lipset/Rokkan, der Schichtenansatz nach Lipset, die ökonomische Theorie nach Downs sowie der Ansatz der
Modernisierungsverlierer. Anhand dieser Hypothesen wurde eine empirische Überprüfung der sozioökonomischen und sozialstrukturellen Variablen mittels multivariater OLSRegressionen ermöglicht. Beim Vergleich der Modelle, in denen die Perspektiven einzeln und in Kombinationen getestet wurden, zeigte das Modell, das nur die Perspektive des sozialstrukturelle Ansatzes enthält, die stärkste Performanz.

Aktuelle empirische Analysen der Wahlforschung haben den Wahlerfolg der AfD bisher versucht mit Individualdaten zu erklären. So können zwar individuelle Faktoren, die die Wahlentscheidung beeinflussen, analysiert werden, sozialstrukturelle Determinanten größerer Analyseeinheiten werden dabei aber nicht oder nur am Rande in Betracht gezogen. Diese Lücke versucht diese Arbeit zu schließen. Sie wählt den Zugang zum Untersuchungsobjekt auf der Analyseeinheit der Wahlkreise und gründet die Regressionsanalyse auf Aggregatdaten. Der verwendete Datensatz misst das tatsächliche Wahlergebnis der AfD, beinhaltet offizielle sozialstrukturelle sowie sozioökonomische Statistiken und weitere relevante Wahlergebnisse. Ökologische Analysen sind in der Reichweite ihrer Erklärungen zwar eingeschränkt und eignen sich nicht primär um Ursache-Wirkungszusammenhänge zu bestimmen, wohl aber um zu generalisierbaren Aussagen zu gelangen. So konnten Zusammenhänge zwischen unabhängigen sozialstrukturellen Variablen und der offiziellen Stimmenverteilung erklärt werden.
In der empirischen Überprüfung der theoretischen Perspektiven konnte schließlich gezeigt werden, dass je höher der Anteil an Ausländern in einem Wahlkreis ist und je höher dort der Anteil der Stimmen der NPD und Republikaner bei den Bundestagswahlen 2005 war und je höher der Anteil an Absolventen mit einem Hauptschulabschluss in einem Wahlkreis ist, desto besser hat die AfD in diesem Wahlkreis abgeschnitten. Der objektive demographische Kontext eines Wahlkreises beeinflusst das Wahlergebnis der AfD. Die „politisierte Sozialstruktur“ (Pappi 1986) wirkt nach wie vor fort, wie besonders eindrucksvoll der Effekt der Variablen des zusammengefassten Wahlergebnisses von NPD und Republikanern bei der Bundestagswahl 2005 bewiesen hat. Hier zeigt sich, dass die ideologische Verortung der AfD im Rechtspopulismus sich auch in den Wählerstrukturen niederschlägt. Die Diffamierung und Diskreditierung Asylsuchender durch die AfD und das Schüren von Verlustängsten, haben in Wahlkreisen, in denen viele Ausländer leben und in denen die NPD & die Republikaner vormals erfolgreich waren, vordergründig Resonanz gefunden. Dass der Anteil von Personen mit Hauptschulabschluss zusätzlich einen signifikanten Effekt auf das Wahlergebnis hat, bestätigt die Annahme, dass ein geringer Bildungsstand positive Einstellungen gegenüber rechtspopulistischen Parteien begünstigt.
Die AfD ist eine Partei, die im Parteienspektrum und politisch-ideologisch rechts der CDU/CSU einzuordnen ist und mit ihrer rechtspopulistischen Agenda besonders dort erfolgreich war, wo auch schon die NPD und die Republikaner erfolgreich waren. Außerdem wird ihr Wahlergebnis vom steigenden Ausländeranteil und vom Anteil der Absolventen mit Hauptschulabschluss begünstigt. Ihr Wahlerfolg lässt sich mit dem sozialstrukturellen Ansatz theoretisch erklären und empirisch beweisen.

 

Verwendete Literatur:

Betz, Hans-Georg (1994): Radical right-wing populism in Western Europe. New York: St. Martins Press.

Betz, Hans-Georg; Swank, D. (2003): Globalization, the welfare state and right-wing populism in Western Europe. In: Socio-Economic Review 1 (2), S. 215–245.

Decker, Frank (2004): Der neue Rechtspopulismus. 2. überarbeitete Auflage. Opladen: Leske + Budrich.

Decker, Frank; Hartleb, Florian (2007): Populism on Difficult Terrain: The Right- and Left-Wing Challenger Parties in the Federal Republic of Germany. In: German Politics 16 (4), S. 434–454.

Downs, Anthony (1968): Ökonomische Theorie der Demokratie. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck).

Kitschelt, Herbert (1995): The radical right in Western Europe. A comparative analysis. Ann Arbor: Univ. of Michigan Press.

Korte, Karl-Rudolf (2015): Die Bundestagswahl 2013 – ein halber Machtwechsel. Problemstellungen der Wahl-, Parteien- Kommunikations und Regierungsforschung. In:Karl-Rudolf Korte (Hg.): Die Bundestagswahl 2013. Analysen der Wahl-, Parteien-, Kommunikations- und Regierungsforschung. Wiesbaden: Springer VS, S. 9–30.

Kriesi, Hanspeter (1999): Movements of the left, movements of the right: Putting the mobilization of two new types of social movements into political context. In: Herbert Kitschelt (Hg.): Continuity and change in contemporary capitalism. Cambridge, New York: Cambridge University Press (Cambridge Studies in Comparative Politics), S. 398–426.
Lazarsfeld, Paul F.; Berelson, Bernard; Gaudet, Hazel (1944): The people’s choice. How the voter makes up his mind in a presidential campaign. New York: Duelle Sloan and Pearce.

Lipset, Seymour Martin (1962): Soziologie der Demokratie. (Neuwied/Rhein): Hermann Luchterhand (Soziologische Texte. Bd. 12).

Lipset, Seymour Martin; Rokkan, Stein (Hg.) (1967):Party systems and voter alignments: cross-national perspectives. [Contributors: Robert R. Alford and others]. New York: Free Press (International yearbook of political behavior research, v. 7).

Pappi, Franz Urban; Brandenburg (2010): Sozialstrukturelle Interessenlagen und Parteipräferenz in Deutschland. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 62 (3), S. 459–483.

Schaefer, Dagmar; Mansel, Jürgen; Heitmeyer, Wilhelm (2002-): Rechtspopulistisches Potential. Die “saubere Mitte” als Problem. In: Wilhelm Heitmeyer (Hg.): Deutsche Zustände. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Edition Suhrkamp, 2290, 2332, 2388, 2454, 2484, 2525, 2552), S. 123–135.

Spier, Tim (2010): Modernisierungsverlierer? Die Wählerschaft rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften / GWV Fachverlage, Wiesbaden.

Troitzsch, Klaus G. (1976): Sozialstruktur und Wählerverhalten. Möglichkeiten und Grenzen ökologischer Wahlanalyse, dargestellt am Beispiel der Wahlen in Hamburg von 1949 – 1974. Meisenheim am Glan: Hain (Studien zum politischen System der Bundesrepublik Deutschland, 17).

 


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Wer tanzt auf dem Kongress? Part II: Reaktionen der TeilnehmerInnen, das Fehlen der perfekten Superliste und neue Ergebnisse

von Achim Goerres

Kurz vor Beginn des DVPW-Kongresses veröffentlichte ich auf zwei Blogs eine kleine Frequenzanalyse zu Nennungen politikwissenschaftlicher Standorte im Konferenzprogramm.

Obwohl ich gehofft hatte, dass diese Frage nach Präsenz beim Kongress auf etwas Interesse stößt, bin ich sehr von der Breite der Reaktionen überrascht worden.

Eins kann ich wirklich sagen: die Kolleginnen und Kollegen halten die Fahne ihres Standortes mit viel Begeisterung hoch,

entweder indem sie sich freuten, dass „ihre Leute“ präsent oder so präsent sind, oder

indem sie mir eine Nachricht schickten, dass ihr Standort fehle, was drei Mal passierte.

Nun freue ich mich auf einer persönlichen Ebene sehr über die Leidenschaft der Kolleginnen und Kollegen für ihren Jobstandort, würde aber gerne methodisch darauf hinweisen, dass ich in dem ersten Beitrag eine klare Definition meines Universums hatte: Standorte im CHE-Ranking 2015, das WZB Berlin und das MPI in Köln sowie alle weiteren Standorte, die ich bei der lexikalischen Suche nach diesen Standorten mitfinden würde (beispielsweise die TU Berlin, weil ich nach „Berlin“ gesucht habe).

Dass das keine ideale Superliste ist, war mir bewusst. Ich habe aber keine leicht zugängliche Liste von politikwissenschaftlichen Standorten gefunden. Dunkel erinnerte ich mich an eine Karte auf Politikon mit allen Studiengängen mit politikwissenschaftlicher Beteiligung. Ich habe allerdings nichts dergleichen mehr gefunden.

Gerne hätte ich Verbesserungsvorschläge zum Vorgehen bekommen als alleine die Hinweise, dass der eigene Standort fehle.

Felix Wurm hat mir inzwischen mitgeteilt, dass die Anmeldungen beim Kongress sehr viel über Privatadressen laufen, so dass eine institutionelle Verortung anhand der Anmeldeliste zeitaufwändig ist.

Aufgrund des großen Interesses habe ich nun doch das Programm händisch durchsucht, was nicht nur zeitaufwändig ist, sondern auch fehleranfällig. Zudem fehlen nun Institute in der Analyse, die nicht vertreten sind. Während vorher der Abgleich mit einer externen Liste erfolgte, generieren sich jetzt die Standorte nur aus denen, die mindestens einmal präsent sind.

Insgesamt habe ich 75 Standorte in Deutschland aus dem Programm identifiziert, bei denen ich nach bestem Wissen annehmen kann, dass politikwissenschaftliche Forschung dort stattfindet. Darunter befinden sich drei FHs und sechs außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Deutschland. Weitere 29 Institutionen aus dem Ausland sind vertreten, die ich im Folgenden nicht weiter berücksichtigt habe.

Die Anzahl der Nennungen dieser Standorte variiert zwischen 1 und 17 mit einem Mittelwert von 4.9, einem ersten Quartil von 2, einem Median von 3 und einem dritten Quartil von 7. Bei einer doppelten Anbindung einer Person habe ich nur die erstgenannte Institution gezählt.

17 verschiedene Standorte aus Deutschland sind einmal als Discussant oder Paper-Giver oder ProdiumsteilnehmerIn im Programm zu finden. 14 Standorte sind mit drei Nennungen zu finden.

Tabelle 1: Die Frequenzen der absoluten Häufigkeitswerte

Abs. Häufigkeitswert

Frequenz

1

17

2

9

3

14

4

3

5

7

6

5

7

5

8

1

9

4

10

1

11

2

12

3

14

1

16

2

17

1

 

Gegenüber der alten Auszählung in der Spitzengruppe der absoluten Nennungen größer 10 ist nun die Goethe-Universität Frankfurt mit 17 Nennungen vorne (die im alten Universum auch drin ist, aber wegen eines Übertragungsfehlers meinerseits versehentlich nicht aufgeführt war). Neu ist die Universität Gießen mit 14 Nennungen. Geblieben sind FU Berlin, Bremen, TU Berlin, Uni Düsseldorf, Uni Göttingen, Uni Heidelberg und Uni Kassel.

Tabelle 2: Absolute Anzahl der Nennungen politikwissenschaftlicher Standorte

Frankfurt (Goethe)

17.00

FU Berlin

16.00

Uni Bremen

16.00

Uni Gießen

14.00

TU Berlin

12.00

Uni Düsseldorf

12.00

Uni Göttingen

12.00

Uni Heidelberg

11.00

Uni Kassel

11.00

Uni Marburg

10.00

Uni Hamburg

9.00

Uni Münster

9.00

Uni Tübingen

9.00

Uni Leipzig

9.00

Erlangen-Nürnberg

8.00

Uni Bamberg

7.00

WZB

7.00

TU Darmstadt

7.00

LMU München

7.00

Uni Osnabrück

7.00

Humboldt Berlin

6.00

GIGA Hamburg

6.00

Uni Koblenz-Landau

6.00

Uni Mannheim

6.00

Uni Passau

6.00

Uni Freiburg

5.00

Uni Hannover

5.00

Uni Kiel

5.00

Uni Konstanz

5.00

Uni BW München

5.00

Uni Trier

5.00

Deutsche Hochschule der Polizei

5.00

Uni Magdeburg

4.00

Uni Siegen

4.00

Uni Hildesheim

4.00

Uni Greifswald

3.00

Uni Jena

3.00

Uni Mainz

3.00

Uni Potsdam

3.00

Uni Köln

3.00

Frankfurt (Viadrina)

3.00

Uni Bielefeld

3.00

TU Kaiserlslautern

3.00

PH Karlsruhe

3.00

TU Braunschweig

3.00

Uni Bonn

3.00

Uni Hagen

3.00

DIW Berlin

3.00

Uni Witten-Herdecke

3.00

Uni Bochum

2.00

TU Dresden

2.00

Zeppelin Uni

2.00

Sporthochschule Köln

2.00

Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung

2.00

TU Dortmund

2.00

Uni Stuttgart

2.00

FH öffentliche Verwaltung NRW

2.00

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

2.00

RWTH Aachen

1.00

TU Chemnitz

1.00

KU Eichstätt-Ingolstadt

1.00

Uni Halle-Wittenberg

1.00

Uni BW Hamburg

1.00

TU München

1.00

Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Köln

1.00

Uni Augsburg

1.00

WSI Düsseldorf

1.00

Uni Lüneburg

1.00

Gesis

1.00

FOEV Speyer

1.00

Uni Oldenburg

1.00

PH Schwäbisch Gmünd

1.00

TU Cottbus

1.00

Uni Wuppertal

1.00

Uni Erfurt

1.00

 

Bezüglich der relativen Präsenz hat sich nichts wesentlich geändert. Diese wiederum besteht nur aus dem CHE-Ranking-Universum.

Die Uni Bremen ist am deutlichsten präsent, wenn man anhand ihrer Studierendenzahl gewichtet.

Folgende zwei Berechnungen beschließen endgültig meine Analyse, und ich überlasse es den Anwesenden, diese inhaltlich zu diskutieren. Diese Berechnungen gelten auch nur für das alte Universum.

Reisezeit

Wenn man die Reisezeit für das alte Universum berechnet (schnellste Verbindung Hbf zu Hbf am Mittwochmorgen) und mit der relativen Präsenz korreliert, ergibt sich ein schwacher negativer Zusammenhang (Pearsons r) von minus 0.26. Je länger die Anreise per Bahn dauert, desto geringer ist im Schnitt die relative Präsenz des Standorts beim Kongress.

Drittmittelaufkommen (es fehlen Daten zu 5 Fällen, nur 33 Beobachtungen)

Wenn man die Daten der DFG-Volumina in den Sozialwissenschaften für den Zeitraum 2011 bis 2013 mit der Anzahl der Studierenden als Proxy für die Größe des Fachbereichs gewichtet und diese Zahl mit der relativen Präsenz beim Kongress korreliert, ergibt sich ein schwach positiver Zusammenhang von plus 0.27. Je erfolgreicher ein Fachbereich unabhängig von seiner Größe bei der Einwerbung von Drittmitteln bei der DFG war, desto stärker ist im Schnitt seine relative Präsenz beim Kongress.

Dieser Zusammenhang wird aber durch sechs Ausreißer getrieben. Wenn man die sechs drittmittelstärksten Fachebereiche in absoluten Zahlen mit mehr als 5 Millionen Euro Einwerbung ausschließt, reduziert sich der Zusammenhang in der relativen Betrachtungsweise auf praktisch null (-0.05).

Ich wünsche Ihnen weiterhin einen spannenden Kongress!

Tabelle 3:

Name Abs. # Studis Rel. Präsenz
Uni Bremen 16.00 1170.00 1.37
Uni Düsseldorf 12.00 970.00 1.24
Zeppelin Uni 2.00 170.00 1.18
Uni Heidelberg 11.00 1010.00 1.09
Uni Göttingen 12.00 1160.00 1.03
Uni Tübingen 9.00 900.00 1.00
Uni Mannheim 6.00 620.00 0.97
Uni Kassel 11.00 1190.00 0.92
Uni Bamberg 7.00 800.00 0.88
Uni Passau 6.00 740.00 0.81
Uni Marburg 10.00 1350.00 0.74
Uni Koblenz-Landau 6.00 840.00 0.71
Uni Osnabrück 7.00 1000.00 0.70
Frankfurt (Goethe) 17.00 2570.00 0.66
FU Berlin 16.00 2500.00 0.64
Uni Münster 9.00 1420.00 0.63
TU Darmstadt 7.00 1130.00 0.62
Uni Freiburg 5.00 830.00 0.60
Uni Greifswald 3.00 550.00 0.55
Uni Trier 5.00 960.00 0.52
Uni Hannover 5.00 1070.00 0.47
Uni Kiel 5.00 1080.00 0.46
Uni BW Hamburg 1.00 220.00 0.45
Uni Konstanz 5.00 1220.00 0.41
LMU München 7.00 1730.00 0.40
TU Chemnitz 1.00 260.00 0.38
Uni Jena 3.00 950.00 0.32
KU Eichstätt-Ingolstadt 1.00 370.00 0.27
TU Dresden 2.00 750.00 0.27
Humboldt Berlin 6.00 2650.00 0.23
Uni Mainz 3.00 1420.00 0.21
Uni Potsdam 3.00 1600.00 0.19
Uni Halle-Wittenberg 1.00 660.00 0.15
RWTH Aachen 1.00 810.00 0.12
Uni Bochum 2.00 2650.00 0.08
Jacobs Universität Bremen 0.00 110.00 0.00
Uni Regensburg 0.00 750.00 0.00
Uni Rostock 0.00 660.00 0.00

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Wer tanzt auf dem Kongress 2015? Eine Analyse der Häufigkeitsauszählungen politikwissenschaftlicher Standorte in Deutschland beim DVPW-Kongress in Duisburg

Morgen beginnt in Duisburg der DVPW-Kongress mit mehr als 850 TeilnehmerInnen. Dieser kleine Beitrag untersucht die Häufigkeiten, mit denen politikwissenschaftliche Standorte im aktuellen Programm genannt werden. Diese Häufigkeiten sind ein wichtiger Indikator für die wissenschaftliche Präsenz des Fachbereichs auf diesem Kongress.

Das Ergebnis: die Universität Bremen führt die Tabelle klar sowohl nach absoluter Zahl und gewichtet nach Studierendenzahlen an.

 

Ich habe als Zielpopulation die teilnehmenden Institute des letzten CHE-Ratings genommen (Zeitstudienführer 2015/16: 181). Jede Universität wurde bezüglich der Häufigkeit ihrer Nennung ausgewertet – egal, ob es sich um Präsentierende, Discussants oder Plenumsvortragende handelt. Wurden zwei oder drei Personen derselben Institution genannt, habe ich diese entsprechend häufig gezählt. Trat eine Person mehrmals in Erscheinung, wurde ihre Institution entsprechend häufig gezählt. Dazu habe ich offensichtliche Ergänzungen vorgenommen, die mir im Laufe der Auszählungen auffielen (so habe ich beispielsweise die TU München und die Universität der Bundeswehr München ergänzt, weil sie mir bei der Häufigkeitsauszählung auffielen). Ebenso ergänzte ich das GIGA in Hamburg, das MPI in Köln und das WZB Berlin. Meine eigene Universität Duisburg-Essen habe ich, aus offensichtlichen Gründen, außen vorgelassen.

Die Daten stammen aus dem öffentlich zugänglichen Konferenzprogramm beschränkt auf die tatsächlichen Veranstaltungshinweise.

Es liegen also nun Daten für die Mitglieder des CHE-Ratings plus einige weitere vor. Damit sind nicht alle Institutionen auf diesem Kongress genannt, weil beispielsweise alle ausländischen Institutionen fehlen. Die Präzision meiner Auszählung ist in Ordnung, aber nicht optimal. Die grundsätzlichen Muster, die zutage treten, sollten aber richtig dargestellt sein.

Die Tabelle wird angeführt von der FU Berlin und der Uni Bremen mit jeweils 16 Nennungen, gefolgt von der TU Berlin, der Uni Düsseldorf und der Uni Göttingen mit jeweils 12. Dann folgen die Uni Heidelberg, die Uni Kassel (je 11) und die Uni Marburg mit 10 Nennungen. Der Mittelwert liegt bei 5,5, und der Median liegt bei 5. Drei Standorte des CHE-Ratings, Jacobs Uni Bremen, Regensburg und Rostock, sind gar nicht auf dem Kongress vertreten.

Tabelle 1: Absolute Anzahl der Nennungen

FU Berlin

16

Uni Bremen

16

TU Berlin

12

Uni Düsseldorf

12

Uni Göttingen

12

Uni Heidelberg

11

Uni Kassel

11

Uni Marburg

10

Uni Hamburg

9

Uni Münster

9

Uni Tübingen

9

Uni Bamberg

7

WZB

7

TU Darmstadt

7

LMU München

7

Uni Osnabrück

7

Humboldt Berlin

6

GIGA Hamburg

6

Uni Koblenz-Landau

6

Uni Mannheim

6

Uni Passau

6

Mittelwert

5.5

Uni Freiburg

5

Uni Hannover

5

Uni Kiel

5

Uni Konstanz

5

Uni BW München

5

Uni Trier

5

Median

5

Uni Greifswald

3

Uni Jena

3

Uni Mainz

3

Uni Potsdam

3

Uni Köln

3

Uni Bochum

2

TU Dresden

2

Sporthochschule Köln

2

RWTH Aachen

1

TU Chemnitz

1

KU Eichstätt-Ingolstadt

1

Uni Halle-Wittenberg

1

Uni BW Hamburg

1

TU München

1

Zeppelin Uni

1

Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Köln

1

Jacobs Universität Bremen

0

Uni Regensburg

0

Uni Rostock

0

 

Interessanter ist ja die relative Präsenz der Fachbereiche, die optimal mit der Anzahl der Stellen in der politikwissenschaftlichen Forschung pro Fachbereich gewichtet würden. Da mir diese Zahlen aber nicht vorliegen, habe ich die in der CHE-Liste genannte Studierendenzahlen gewählt. Diese ist natürlich sub-optimal, da ja in vielen Fachbereichen mit benachbarten Disziplinen gemeinsam unterrichtet wird und somit die politikwissenschaftliche Forschung kleiner ist, als es die Zahlen suggerieren.

Diese Maßzahl Relative Präsenz ist die Anzahl der Nennungen geteilt durch die Anzahl der Studierenden multipliziert mit 100. Wenn ein Fachbereich 5 Nennungen hat und 250 Studierende, hätte er den Wert 2.

Die relative Präsenz reicht von 1,37 für die Uni Bremen bis zu 0,00 mit einem Mittelwert von 0,54. Klarer Spitzenreiter ist nach dieser Messung wiederum der Fachbereich in Bremen, dicht gefolgt von Düsseldorf mit 1,24. Die FU Berlin, ist wegen der Größe des Fachbereichs von ersten Rang auf Rang 13 gerutscht.

Man kann diese Daten natürlich intuitiv noch weiter auswerten, nach Drittmittelerfolg, nach Reisezeit nach Duisburg (Düsseldorf ist beispielsweise nur 14 Bahnminuten entfernt) usw.

Von mir allerdings an dieser Stelle nicht mehr.

Es bleibt eindeutig: der Fachbereich der Universität Bremen ist am deutlichsten aktiv auf dem diesjährigen DVPW-Kongress vertreten.

Ich wünsche allen einen schönen Kongress!

 

Tabelle 2: Anzahl der Nennungen gewichtet

Relative Präsenz

Absolute #

Anzahl der Studis

Uni Bremen

1.37

16

1170

Uni Düsseldorf

1.24

12

970

Uni Heidelberg

1.09

11

1010

Uni Göttingen

1.03

12

1160

Uni Tübingen

1.00

9

900

Uni Mannheim

0.97

6

620

Uni Kassel

0.92

11

1190

Uni Bamberg

0.88

7

800

Uni Passau

0.81

6

740

Uni Marburg

0.74

10

1350

Uni Koblenz-Landau

0.71

6

840

Uni Osnabrück

0.70

7

1000

FU Berlin

0.64

16

2500

Uni Münster

0.63

9

1420

TU Darmstadt

0.62

7

1130

Uni Freiburg

0.60

5

830

Zeppelin Uni

0.59

1

170

Uni Greifswald

0.55

3

550

Uni Trier

0.52

5

960

Uni Hannover

0.47

5

1070

Uni Kiel

0.46

5

1080

Uni BW Hamburg

0.45

1

220

Uni Konstanz

0.41

5

1220

LMU München

0.40

7

1730

TU Chemnitz

0.38

1

260

Uni Jena

0.32

3

950

KU Eichstätt-Ingolstadt

0.27

1

370

TU Dresden

0.27

2

750

Humboldt Berlin

0.23

6

2650

Uni Mainz

0.21

3

1420

Uni Potsdam

0.19

3

1600

Uni Halle-Wittenberg

0.15

1

660

RWTH Aachen

0.12

1

810

Uni Bochum

0.08

2

2650

Jacobs Universität Bremen

0.00

0

110

Uni Regensburg

0.00

0

750

Uni Rostock

0.00

0

660

 

Ich habe die Geschäftsführung der DVPW am 18.9. um eine anonymisierte TeilnehmerInnen-Liste gebeten, um die Analyse für TeilnehmerInnen und nicht nur Aktive zu wiederholen und warte noch auf Antwort.


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