Universitätsarchiv: Essen feiert

Bei der konstituierenden Sitzung des Gründungssenats  in Essen in der Mensa der Pädagogischen Hochschule fordern sowohl Gründungsrektor Prof. Dr. Walter Kröll als auch Wissenschaftsminister Johannes Rau zu konstruktiver Hilfe und Mitarbeit beim Aufbau der Gesamthochschule (GH) auf. Der Sprecher der Assistent:innen des Essener Klinikums Dr. Feldmann fragt daraufhin bei Rau nach, ob es möglich sei, Änderungen an der Vorläufigen Grundordnung vorzunehmen. Rau bejaht dies grundsätzlich. Hintergrund der Frage ist die vorgesehene Stimmengewichtung, bei der die Hochschullehrer:innen die Hälfte der Stimmen in den Selbstverwaltungsgremien auf sich vereinigen. Das wird aber insbesondere von den Studierenden abgelehnt, die eine paritätisch organisierte Gruppenuniversität fordern.

Ministerpräsident Heinz Kühn spricht bei der Gründungsfeier in Essen vor dem Auditorium (01.08.1972)

Nach der Sitzung „begrüßen“ Essener Studierende Kröll mit Pfiffen. Zudem werden Flugblätter verteilt, die sich gegen den Gründungsrektor richten. Anlass ist seine Befürwortung der Vorläufigen Grundordnung in der jetzigen Fassung.

Im Anschluss wird mit einer Feierstunde die Eröffnung der GH im Essener Saalbau begangen. Ministerpräsident Heinz Kühn (SPD) stellt bei dieser Gelegenheit das hochschulpolitische Konzept seiner Regierung vor. Er betont das Ziel, die Chancengleichheit für alle durch die neuen Hochschulen zu verbessern.

Um den Protesten gegen die Grundordnung zu begegnen, bittet Kröll im Anschluss alle Hochschulangehörigen, diese zunächst in der aktuellen Form zu akzeptieren. Änderungen könnten dann im Nachgang immer noch vorgenommen werden.

Quellen aus erster Hand:

Universitätsarchiv Duisburg-Essen, E2.2.1 Nr. 1: Ergebnisprotokoll der konstituierenden Sitzung des Gründungssenats am 01.08.1972. Im Universitätsarchiv finden

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Allgemein, Universitätsarchiv abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.