Mehr Offenheit für NRW: UDE ist Konsortialführerin in DH.NRW-Projekt

Bildcredit: Landesinitiative openaccess.nrw, CC0

Wissenschaftliche Publikationen hinter Paywalls zu verstecken, mindert ihre Reichweite und damit ihren Impact. Als Gegenentwurf zu Zugangsbeschränkungen ist seit einigen Jahren die Open-Access-Bewegung auf dem Vormarsch. Ihre Devise lautet: wissenschaftliche Texte, offen, für alle, weltweit. Die Open-Access-Aktivitäten an den NRW-Hochschulen zur Stärkung des Open Access zu bündeln und strategisch mit zu begleiten, ist fortan Aufgabe des an der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen (UB) angesiedelten und von der Digitalen Hochschule NRW (DH.NRW) geförderten Projekts openaccess.nrw.

Wer forscht, veröffentlicht – Zeitschrift ist dabei aber nicht gleich Zeitschrift. Und nur, weil ein wissenschaftlicher Text veröffentlicht ist, bedeutet das noch nicht, dass er auch einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Mit Open Access (OA) sollen hinderliche Zugangsbarrieren zu wissenschaftlichem Wissen abgebaut werden: wissenschaftliche Ergebnisse, die im OA veröffentlicht werden, sind weltweit kostenlos für jedermann zugänglich und frei nachnutzbar.

Zahlreiche NRW-Hochschulen engagieren sich bereits beim Ausbau von OA. An diesen Stellen Synergien und Dialog in der Breite zu schaffen sowie Hürden abzubauen, ist Ziel des DH.NRW-geförderten Projekts openaccess.nrw, dessen Konsortialführerschaft bei der UDE, federführend bei der UB, liegt. „Die Transformation zum Open Access ist eine Chance für die Wissenschaft, sich noch weiter zu öffnen und weltweit noch besser sichtbar zu werden. Aus dieser Chance flächendeckend unter kritischer Beleuchtung der Entwicklungen gelebte Praxis zu machen, ist die Herausforderung, der sich das Projekt zusammen mit den NRW-Hochschulen annehmen möchte“, sagt Nicole Walger, Direktorin der UB.

Um die NRW-Hochschulen dabei zu unterstützen, ihre Publikationskultur noch weiter zu öffnen, bietet openaccess.nrw allen Akteur:innen des wissenschaftlichen Publizierens ein umfassendes bedarfsorientiertes Beratungs-, Dialog- und Informationsangebot. Damit das Angebot dem tatsächlichen Bedarf im Land gerecht wird, seien mit den Anspruchsgruppen zunächst im Rahmen eines Vorprojekts umfassende Erhebungen vorgenommen worden, sagt Projektleiterin Katrin Falkenstein-Feldhoff: „Eine NRW-weite Umfrage an den NRW-Hochschulen hat gezeigt, dass das Thema Open Access längst im Forschungsalltag angekommen ist. Was noch fehlt, ist eine zentrale Anlaufstelle, wie es sie in anderen Bundesländern bereits gibt. Diese Aufgabe wollen wir nun übernehmen und dazu beitragen, dass in NRW in Sachen Open Access alle Stakeholder mitgenommen werden, kritisch miteinander diskutieren und gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Neben einem Informations- und Vernetzungsangebot stellt openaccess.nrw am Hochschulbibliothekszentrum NRW (hbz) auch zentrale Infrastrukturdienste für die NRW-Hochschulen zur Verfügung. Im Vordergrund stehen hier der Aufbau und das nachhaltige Angebot innovativer Publikationsplattformen für OA-Zeitschriften und -Monografien, die Forschenden eine attraktive nicht-kommerzielle Alternative zur Veröffentlichung bei kommerziellen Verlagen bietet. Ziel ist, so die Vielfalt am Publikationsmarkt wiederzubeleben und die Bildung von Oligopolen zu erschweren.

Ein weiteres Teilprojekt, geleitet von der Universitätsbibliothek Bielefeld, beschäftigt sich mit dem Monitoring des OA-Publikationsaufkommens in NRW. Damit nimmt openaccess.nrw auch Bezug auf die im Januar 2022 vom Wissenschaftsrat veröffentlichten Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu OA, die verdeutlichen, dass die Identifikation und Erfassung hochschulweiter Informationsbudgets, die sämtliche Ausgaben und Gebühren fürs Publizieren umfassen, eine große Bedeutung für die Kostentransparenz und verbesserte Verhandlungspositionen einnimmt.

Alle Mitglieder des Projektkonsortiums sowie aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie auf openaccess.nrw.

Kontakt: Katrin Falkenstein-Feldhoff, Dr. Miriam Kötter

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