Universitätsarchiv: Ein neuer Gründungsrektor

Der Linguist Peter Hartmann hatte als designierter Gründungsrektor der Gesamthochschule Essen angesichts der erheblichen Widerstände gegen seine Person aus verschiedenen Hochschulkreisen die Entscheidung getroffen, nicht länger für das Amt zur Verfügung zu stehen.

Als kommissarischer Gründungsrektor wird nun im Juli 1972 der Physiker Walter Kröll benannt. Auch gegen Kröll bestehen seitens der AStA Bedenken, da er sich für eine Stimmenmehrheit der Hochschullehrer:innen in den Hochschulgremien ausspricht.

Portraitaufnahme von Walter Kröll (20.03.1975)

1938 in Waldbreitbach geboren, studierte Kröll Mathematik und Physik an der Universität Bonn, wo er 1964 seine Promotion abschloss. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich der theoretischen Plasmaphysik. Ab 1967 hatte er dann eine Professur für Theoretische Physik an der Ruhr Universität Bochum inne, bevor er nach Essen in das Amt des Gründungsrektors wechselte.

In dieser Funktion wird er bis 1979 tätig sein. Während seines Wirkens erweist sich der in der Öffentlichkeit sehr präsente Gründungsrektor als souveräne Persönlichkeit in den teils hitzigen Diskussionen etwa um die Ausgestaltung von Studiengängen oder den Status der Hochschullehrer:innen während der Anfangsphase der Gesamthochschule. Sein Amt wird Kröll, der zuletzt in einer heftigen Auseinandersetzung mit der Studierendenschaft aufgrund persönlicher Angriffe gestanden hat, niederlegen, da er die ursprünglich auf drei Jahre angelegte Gründungsphase nach nunmehr sechs Jahren für beendet ansieht.

Als Präsident der Universität Marburg sowie als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird er anschließend seine Karriere fortsetzen.

Nachfolger von Kröll in Essen wird Prof. Dr. Peter Neumann-Mahlkau.

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