Universitätsarchiv: Die Gründungssenate

Am 28. Juni 1972 stehen die Mitglieder des Gründungssenats der Gesamthochschule (GH) in Duisburg fest. Als Vorsitzender fungiert der Gründungsrektor Prof. Helmut Schrey. Die Mitglieder sind je fünf gewählte Vertreter:innen der ehemaligen Fach- und Pädagogischen Hochschule sowie die vom Wissenschaftsminister berufenen Fachvertreter:innen für die neu einzuführenden Studiengänge. Der Kanzler Dr. Rudolf Baumanns nimmt als beratendes Mitglied teil.

Konstituierende Sitzung des Essener Gründungssenats vor anwesender Presse (01.08.1972)

In Essen ist der Gründungssenat zahlenmäßig etwas größer aufgestellt: Neben Gründungsrektor Prof. Walter Kröll und Kanzler Dr. Dieter Leuze sind die Vertreter:innen der in die GH integrierten Fachhochschule und der Pädagogischen Hochschule sowie Mitglieder aus der Medizin bestellt. Als prominente Persönlichkeit ist der Biologieprofessor Ernst Ulrich Freiherr von Weizsäcker zu nennen, Neffe des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

Aufgaben der Gründungssenate sind die Entscheidung über Grundsatz- und Koordinierungsangelegenheiten von Lehre, Studium und Forschung, Berufungsvorschläge, Zulassungsbeschränkungen, Struktur-, Entwicklungs- und Ausstattungspläne.

Das zahlenmäßige Übergewicht der Hochschullehrer:innen gegenüber den übrigen Hochschulgruppen wird auf Kritik stoßen, da entsprechende Einflussmöglichkeiten als gefährdet betrachtet werden. Hinzu kommt eine im Laufe der Zeit immer geringere Legitimation der Gremienmitglieder, da Wahlen für Hochschulorgane in der Gründungsphase nicht möglich sind. Erst 11 Jahre später, im Jahre 1983, konnten in Essen und in Duisburg sogar erst 14 Jahre nach der Gründung (1986) die Gründungsphasen abgeschlossen werden.

Literatur zum Thema:

Gerhard Rimbach: Vom Reformmodell zur modernen Universität. 20 Jahre Gesamthochschulen in Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 1992. In der UB finden

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