Universitätsarchiv: Der Gründungskanzler

Bild: Kanzler Dr. Dieter Leuze (ohne Datum)

Am 15. Juni 1972 wird als Gründungskanzler der Essener Gesamthochschule Dr. jur Dieter Leuze vom Wissenschaftsministerium ernannt. Der Kanzler ist gleichzeitig Beauftragter für den Haushalt sowie Leiter der Hochschulverwaltung.

Leuze wurde 1933 in Heilbronn geboren, studierte Jura in München und Tübingen, wo er schließlich promoviert wurde. Seine Karriere begann er als Ministerialbeamter in Baden-Württemberg, bevor er schließlich in das Ruhrgebiet wechselte. Bis 1991 wird er den Posten des Verwaltungschefs der Essener Hochschule innehaben, bevor er mit der Berufung zum Professor für Verwaltungsrecht dort seine Hochschulkarriere 1998 abschließen wird.

Besonderes Verdienst Leuzes ist es – so dass spätere Urteil über ihn –, die Gesamthochschule zu einer anerkannten deutschen Hochschulform entwickelt zu haben. Sein Auftakt als Gründungskanzler sollte jedoch zunächst überschattet werden durch Vorbehalte gegen das Ernennungsverfahren: Insbesondere der Senat der Fachhochschule sowie die Abteilungskonferenz der Pädagogischen Hochschule in Essen kritisieren, dass die Personalentscheidung bereits vom Ministerium gefällt worden sei – ohne die Möglichkeit einzuräumen, Einspruch zu erheben. Hintergrund ist hierbei u.a., dass das Amt des Kanzlers im Ruf steht, als verlängerter Arm der Landesregierung zu fungieren.

Quellen aus erster Hand:

Universitätsarchiv Duisburg-Essen, E2.4.1.01 Nr. 1: WAZ-Artikel v. 16.06.1972. Im Universitätsarchiv finden.

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