50 Jahre UBs: Universitätsarchiv 01.08.1972: Gründung der Gesamthochschulen – Eröffnung der Bibliotheken

50 Jahre Hochschulbibliotheken

Gründungsfeier der Gesamthochschule Essen, 01.08.1972

Die Gründung von fünf reformorientierten Gesamthochschulen (GH) in Nordrhein-Westfalen zum 1. August 1972 machte die Errichtung adäquat ausgestatteter Bibliotheken erforderlich. Die Gesamthochschulbibliotheken (GHB) erhielten dabei den Auftrag, als zentrale Einrichtungen die Hochschulen mit Literatur und „sonstigen Informationsmitteln“ zu versorgen. Für einen einheitlichen Aufbau der GHB sowie für die Verbundzusammenarbeit wurde im Vorfeld eine Bibliotheksplanungsgruppe eingesetzt.

Anders als man es etwa aus „alten“ Universitäten kennt, sah das Konzept für die neuen Bibliotheken von vornherein und ganz im Sinne des Integrationsgedankens der GH ein einschichtiges Bibliothekssystem vor. Dadurch sollte ein mehrschichtiges und unkoordiniertes Nebeneinander von Zentral-, Instituts- oder Seminarbibliotheken verhindert werden. Dieses System hat sich bis heute sowohl aus Sicht der Nutzer:innen als auch unter wirtschaftlichen Aspekten bewährt. Auch die Dienste Buchbearbeitung, Bibliotheksverwaltung und Bestellung sollten einheitlich über eine Bibliothekszentrale koordiniert werden.

Vorgesehen war, dass die neuen GHB von vornherein eng und im Verbund zusammenarbeiten. Das galt etwa zur gemeinsamen und koordinierten Beschaffung von „Basisliteratur“ für die Studiengänge, zur Erstellung einer einheitlichen Aufstellungssystematik oder zur automatisierten Katalogisierung und Buchbestellung.

Doch aller Anfang ist schwer. Vor allem die organisatorische Zusammenführung der höchst unterschiedlich aufgestellten Bibliotheken der Vorläuferinstitutionen bestehend aus Fachhochschulen, die selbst erst kurz zuvor, im Jahre 1971, errichtet wurden und Pädagogischen Hochschulen mit örtlich verteilten Seminarbibliotheken stellte eine große Herausforderung für die GHB dar. Hinzu kamen fehlende Raumkapazitäten, die die Vereinigung der Bibliotheksbestände an einem Standort z.T. noch über Jahre hinweg unmöglich machte.

Und nicht zuletzt sah es auch beim Personal schlecht aus: Insbesondere Diplombibliothekar:innen waren auf dem Arbeitsmarkt „Mangelware“. Offene Stellen suchte man daher durch Quereinsteiger:innen aus dem Buchhandel zu besetzen, die mit Fort- und Weiterbildungsangeboten für die neuen Tätigkeiten qualifiziert wurden.

Wie sah es vor Ort 1972 konkret in den Bibliotheken in Duisburg und Essen aus? Dazu mehr im nächsten Bibblog-Beitrag …

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