Universitätsarchiv: Das Bundesausbildungsförderungsgesetz tritt in Kraft

BAföG-Beratung durch das Studierendenwerk in Duisburg, 1991

Am 1. September 1971 trat das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in Kraft. In den seither vergangen 50 Jahren haben Millionen Menschen eine Förderung über das immer wieder geänderte Gesetz erhalten. Grund genug für das Universitätsarchiv, einen Blick zurück in die Anfänge der gesetzlichen Ausbildungsförderung zu werfen.

Die Geschichte der groß angelegten finanziellen Bildungsförderung in der Bundesrepublik begann 1955 mit der Verabschiedung des sogenannten Honnefer Modells. Dieses Förderinstrument richtete sich allerdings ausschließlich an Studierende der wissenschaftlichen Hochschulen. Erst durch die Ergänzung des Rhöndorfer Modells Ende der 1950er Jahre kamen auch an Ingenieursschulen (später Fachhochschulen) und Pädagogischen Hochschulen Eingeschriebene an vergleichbare Zuschüsse. Die Förderung von Schüler:innen wurde durch das Ausbildungsförderungsgesetz ermöglicht.

Diesen Flickenteppich sollte das Bundesausbildungsförderungsgesetz ersetzen. Einen Paradigmenwechsel stellte außerdem die Art der Förderung dar. Bisher wurden Studierende gefördert, welche „gute Leistungen zeigten oder erwarten ließen“. Mit dem BAföG gab es zum ersten Mal in der Geschichte der BRD einen leistungsunabhängigen Anspruch auf Ausbildungsförderung, der sich auch einklagen ließ.

Als im August 1972 die Gesamthochschulen Duisburg und Essen – die Vorgänger der heutigen UDE – gegründet wurden, war das BAföG bereits ein Jahr alt, die praktische Durchführung aber teils noch chaotisch. Da die neuen Hochschulen anfangs noch keine Studierendenwerke hatten, wurden Anträge vom Akademischen Förderungswerk Bochum und dem Studierendenwerk Wuppertal geprüft. Besonders in Duisburg entwickelte sich eine chronische Überbelastung des BAföG-Amts bis in die späten 1970er Jahre. Als 1977 schon ca. 600 Duisburger Studierende auf ihre längst überfälligen Bewilligungen warteten, besetzte der AStA kurzerhand die Amtsstelle.

In Essen verlief die Einführung des BAföG weniger dramatisch. 1972 erhielten 3228 von 6334 Studierenden eine Förderung über das neue Gesetz. Diese Zahlen verblüffen wenig, wenn man bedenkt, dass 1972 bundesweit fast 45 % aller Studierenden BAföG-Zuschüsse bewilligt wurden.  Anders als heute mussten die Absolvent:innen im Übrigen noch keine Rückzahlungen leisten.

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