Universitätsarchiv: Gründung der Fachhochschulen

Am kommenden Sonntag, den 1. August 2021 jährt sich zum 50. Mal die Gründung vieler Fachhochschulen in Deutschland. Wenig bekannt ist dabei, dass auch in Duisburg und Essen im Jahre 1971 Fachhochschulen errichtet wurden, die insbesondere die Ausbildung von Ingenieur:innen auf ein höheres Niveau heben sollten.

Hintergrund war, dass die Qualifizierung dieser Berufsgruppe bis dato an den sogenannten Ingenieurschulen wahrgenommen wurde. Die gestiegenen bildungspolitischen, wirtschaftlichen und technischen Anforderungen an die Ausbildung konnten damals jedoch nicht mehr von diesen Einrichtungen erfüllt werden. Praktisch hatte diese zur Folge, dass die Abschlüsse der Absolvent:innen nicht überall anerkannt wurden, was sowohl für die Jobsuche als auch für die Weiterqualifizierung erhebliche Schwierigkeiten mit sich brachte. In der Folge wurden die Ingenieurschulen bundesweit aufgelöst.

Mit der Verortung der Ingenieur:innenausbildung an den neuen Fachhochschulen sollte das Lehrangebot nun an die neuen Gegebenheiten angepasst, die technische Ausstattung modernisiert und eine Balance zwischen theoretischer und praktischer Ausbildung gewährleistet werden. Im Sommer 1970 wurde die Umwandlung der Staatlichen Ingenieurschule Duisburg in eine Fachhochschule beschlossen, der Lehrbetrieb konnte im Wintersemester 1971 aufgenommen werden. Die neue Hochschule bot Platz für ca. 1.000 Studierende. Zeitgleich wurden auch in Essen die bisherige Staatliche Ingenieurschule für Maschinen- und Bauwesen, die Folkwangschule für Gestaltung und die Höhere Fachschule für Sozialwesen unter dem Dach der neuen Fachhochschule vereinigt. Dort waren ca. 3.000 Studierende eingeschrieben.

Das Konzept der selbstständigen Fachhochschulen war sowohl in Duisburg als auch in Essen jedoch nur von kurzer Dauer: Schon im Sommer 1972 wurden die Einrichtungen Teil der neu errichteten Gesamthochschulen. In anderen Städten konnten sich die Fachhochschulen jedoch behaupten – und das vielerorts bis heute sehr erfolgreich, wie z.B. in Aachen, Bochum, Dortmund und Köln.

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