Bib@Home: Die UB im Corona-Jahr 2020

Die Universitätsbibliothek Duisburg-Essen (UB) hat ihre digitalen Angebote 2020 massiv ausgebaut, um ihrem Auftrag als zentrale Informationsdienstleisterin am Campus auch während der Corona-Pandemie gerecht zu werden. Mit einer noch stärkeren Fokussierung auf E-Medien, der Umstellung ihres Schulungsangebotes und einem erfolgreichen Konzept zur mobilen Arbeit möchte die UB nachhaltige Impulse für die Zukunft der Informationsversorgung an ihrer Hochschule setzen.

Jahresbericht-Cover-Quadrat

Wer im vergangenen Jahr die UB betrat, wurde zunächst ausgebremst: Kein Eintritt ohne Registrierung am Eingang – das gehörte zum Infektionsschutz und damit zum Campusalltag. Trotzdem hat die UB seit ihrer Wiederöffnung nach kurzer Schließung im März 2020 mehr als 125.000 Besucher:innen empfangen. „Das mag zu Corona-Zeiten viel klingen,“ sagt Benutzungsleiter Dr. Andreas Sprick, „aber sonst kommen im gleichen Zeitraum um die 2 Millionen Menschen zu uns.“ Diese Diskrepanz zeigt sich auch deutlich an der Anzahl der Anschaffungsvorschläge für E-Books, die sich in im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hat. Die UB hat ihre Investition in digitale Medien entsprechend weiter erhöht und stellt ihren Nutzer:innen mittlerweile rund 381.000 E-Books und fast 36.000 E-Zeitschriften zur Verfügung. Auch die Publikationskultur an der UDE wird digitaler: Noch nie wurden in einem Jahr so viele neue E-Publikationen auf dem hochschuleigenen Repositorium DuEPublico verzeichnet wie 2020.

Die Pandemie hat auch Forschungsprozessen einen Digitalisierungsschub verpasst und damit das Bewusstsein für Forschungsdatenmanagement an der UDE noch weiter gesteigert. So haben die Research Data Services (RDS), ein Service von UB, ZIM und SSC, deutlich mehr Anfragen von Forschenden verzeichnet als im Vorjahr: gerade die Digitalisierung von Daten, deren sichere Speicherung, Zugriffsmöglichkeiten beim kollaborativen Arbeiten, aber auch die Auffindbarkeit und Nachnutzung digitaler Daten sind für Forschende entscheidender denn je. Datenkompetenz spielte im vergangenen Jahr auch im Studium eine bedeutendere Rolle: so hat das Projekt DataCampus (initiiert von UB und ZHQE) einen erfolgreichen digitalen Projektkickoff gefeiert und ist in eine produktive – ebenfalls digitale – Zusammenarbeit mit den beteiligten UDE-Lehrenden eingestiegen.

Da die zahlreichen Beratungsangebote und Nutzerschulungen der UB nicht wie gewohnt in Präsenz stattfinden konnten, hat sie ihr Kurskonzept kurzerhand umgestellt. Mehr als 13.000 Nutzer:innen ließen sich 2020 in Online-Kursen wie Bib-Basics oder Kurzgesagt vom heimischen Schreibtisch aus beraten. In den sozialen Medien bewarb die UB ihr starkes digitales Angebot unter dem Motto „Bib@Home“ – und das kam an. Allein auf Instagram kommuniziert @ub.due heute mit über 1.200 Followern mehr als noch zu Beginn des letzten Jahres. „Thema Nummer Eins waren eigentlich die Lernarbeitsplätze,“ so Sarah Ann Danker, die die Social Media Kanäle der UB zusammen mit ihren Kolleg:innen pflegt, „wenn die Studierenden nicht zu uns zum Lernen kommen können, fehlt ihnen einfach etwas. Und uns auch.“

Nicht nur die Lesesäle waren 2020 ungewohnt leer, auch hinter den Kulissen war es stiller als sonst. Rund 80% der 154 UB-Beschäftigten verbrachten Teile ihrer Arbeitszeit nicht auf dem Campus oder arbeiteten vollständig im Home Office. Trotz der räumlichen Trennung der Kolleg:innen lief der vor-Ort-Betrieb weiter. Je rund 100 neu beschaffte Headsets und Webcams trugen dazu bei, dass Ausleihe, Medienbearbeitung und Co. auch weiterhin funktionierten. Die Direktorin der UB, Nicole Walger, ist stolz auf ihr Team und was es geschafft hat: „Zusammen haben wir 2020 trotz der Unwägbarkeiten zu einem Erfolg gemacht. Alles, was wir in den vergangenen Monaten in den Bereichen Digitalisierung und neue Arbeitsformen aufgebaut haben, schafft Flexibilität für die Zukunft. Davon wird die Bibliothek und damit die gesamte Hochschule langfristig profitieren.“

Eine Auswahl der interessantesten UB-Zahlen des Jahres 2020 finden Sie hier, ein detaillierterer Zahlenspiegel ist hier einsehbar.

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