Was nicht lesbar ist, wird lesbar gemacht

UB Konvertierungsservice für Sehbehinderte gewinnt UDE Diversity Preis

Bereits seit 2015 übernimmt die Universitätsbibliothek (UB) Verantwortung für Chancengleichheit an der UDE und bietet einen Konvertierungsservice für Studierende mit Sehbehinderung an. Dafür wurde sie nun mit dem UDE Diversity Preis in der Kategorie Engagement ausgezeichnet. Im Gespräch mit einer Nutzerin des Service wird klar: es braucht mehr Aufklärung über barrierefreies Lehrmaterial.

Braille" by andreas.rodler is licensed under CC BY-NC 2.0

Braille” by andreas.rodler is licensed under CC BY-NC 2.0

In ihrem Studienalltag stößt unsere Gesprächspartnerin immer wieder auf dieselben Hindernisse. Viele ihrer Arbeitsmaterialien können von Sprachausgabeprogrammen nicht so gelesen werden, dass sie gut mit ihnen arbeiten kann. „Stellen Sie sich vor, sie haben 300 Seiten Fließtext ohne Überschriften und Seitenzahlen vor sich, damit kann man kaum etwas anfangen.“

 

Der Konvertierungsservice der UB überarbeitet solche Dokumente – einzeln und „per Hand“. So formatiert UB-Mitarbeiterin Meike Conrad zum Beispiel jede Überschrift (damit man mit einem Tastaturshortcut von einer zur nächsten springen kann) und erstellt für jede Grafik eine schriftliche Beschreibung. „Dazu braucht man eigentlich Fachkenntnisse. Wir geben unser Bestes, aber es ist schon eine Herausforderung und erfordert viel Zeit“, so Conrad. Deshalb kann die UB selten alle Materialien konvertieren, die im Rahmen eines Seminars eigentlich zu lesen wären.

Die Studierende sagt, sie wisse den Konvertierungsservice der UB zu schätzen. Er sei immerhin einer der Gründe, warum sie überhaupt zum Studium an die UDE gekommen sei. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die Organisation rund um die Konvertierung ihrer Arbeitsmaterialien so viel Zeit raube, dass es ihr Studium belaste. Dabei könnten ihr schon kleine Dinge den Studienalltag erleichtern: „Word-Dokumente maschinenlesbar zu formatieren ist ganz einfach. Es ist auch hilfreich, wenn die Kernaussagen wichtiger Grafiken schriftlich im Dokument zu finden sind. Vor allem wünsche ich mir aber, dass die Berührungsängste abnehmen und einfach häufiger gefragt wird, was ich für mein Studium brauche.“

Um Lehrende dabei zu unterstützen, ihre Lehrmaterialien inklusiver zu gestalten, stellt die UB ab sofort eine Checkliste für inklusives Lehrmaterial zur Verfügung.

Weitere Informationen zu unseren Services für Nutzer:innen mit Behinderung gibt es hier.

Zum UDE Diversity Preis 2021


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