Duisburg wird Universitätsstandort – Informations-Kassette Universität

„Das starke Wirtschaftspotential der Stadt braucht […] die geistig-wissenschaftlichen Impulse, die von einer Universität ausgehen.“

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Mit dieser Aussage können die Bestrebungen der Stadt Duisburg um das Bewerben als Universitätsstandort gut beschrieben werden. Sie stammt aus einer Duisburger Werbeinitiative aus dem Jahr 1970. Mittels einer aus mehreren Bänden bestehenden „Informations-Kassette Universität“ informierte die Kommune die mit Universitätsgründungen betrauten Gremien und Institutionen in Nordrhein-Westfalen über ihre standortrelevanten Vorzüge. Die Kassette formulierte mehrere Bedingungen an einen Universitätsstandort, den Duisburg erfülle:

  •  Wirtschaftliche Grundlagen: Duisburg sei ein wichtiger Standort für Eisen- und Stahl- sowie anorganische Industrie. Mit dem weltweit größten Binnenhafen sei die Stadt zudem Mittelpunkt für Groß- und Außenhandel sowie Binnenschifffahrt.
  • Soziale und regionale Anbindung: Gerade einkommensschwache sozialen Schichten können sich einen Umzug für ein Studium oft nicht leisten. Die zentrale Lage Duisburgs erlaube es, Studierwillige aus umliegenden Kreisstädten einzubeziehen.
  • Freizeitwert: Freizeitangebote bestehen etwa mit dem Duisburger Zoo, der das erste Delphinarium in Deutschland eingerichtet hatte, mit dem Sportpark, der Fußgängerzone und der Einkaufsstraße Basarstraße Sonnenwall.

21-02-25_Blog Twitter 2 (ZNR 70) (002)Neben ausführlichen, zumeist wissenschaftlich basierten Berichten, Statistiken zum Bildungsniveau und Studierendenzahlen, Graphiken und Lageplänen enthält die Informations-Kassette auch Fotos zu den wichtigsten wirtschaftlichen Standpunkten der Stadt. Darüber hinaus wurden Interviews mit Hochschulangehörigen geführt, die vor allem die Notwendigkeit des Ausbaus des Studienangebots betonten, sowie mit der Stadtbevölkerung.

 

Die Teilnehmer:innen der Studie hatten dabei die Möglichkeit, an Infoveranstaltungen auf dem Gelände der geplanten Universität, in der bereits existierenden Pädagogischen Hochschule und in Industrie-Forschungsinstituten teilzunehmen.

Schlussendlich hatten die Bemühungen der Stadt Erfolg: 1972 wurde die Gesamthochschule Duisburg errichtet.

Gründungsrektor Helmut Schrey betonte im Nachhinein, dass diese Initiativen maßgeblich zum Erfolg beigetragen hatten – sie seien „[…] hochgradig professionell und in ihrer Wirkung überzeugend“ gewesen.

 

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