Treemaps für Milliarden und Studiengebühren

Treemaps allgemein

“Daten sind das neue Öl” oder “Informationen sind der Rohstoff der Zukunft”. So oder so ähnlich liest man immer wieder. Doch sind Daten vorhanden, gilt es diese dann auch richtig zu präsentieren. Ist die Informationsmenge sehr groß, wird die Darstellung schwierig. Der Anspruch steigt noch einmal, sollen die Daten zusätzlich in ein Verhältnis gesetzt werden.

Diese Schwierigkeit hatte in den 1990er Jahren auch Prof. Ben Shneiderman von der Universität von Maryland. Er wollte herausfinden, welche Programme und Dateien den meisten Plattenplatz auf seiner Festplatte verbrauchen. Hierfür entwickelte er als Visualisierungsform die sog. Treemaps (Treemaps bei Wikipedia, englisches Wikipedia und Universität von Maryland). Verschachtelte Rechtecke zeigen die hierarchischen Strukturen und auch das Größenverhältnis zueinander. Eine Historie der Entwicklung findet sich unter: http://www.cs.umd.edu/hcil/treemap-history/.

Das Abbild einer Festplatte sieht dann zum Beispiel so aus:

Hier lassen sich dann schnell große Dateien oder unnütze Verzeichnisse finden.

Programme

Von dieser Entwicklung profitieren auch heute Programme, die den Verbrauch im Dateisystem anschaulich darstellen. Einige Beispiele:

Milliarden

Diese Art der Darstellung lässt sich jedoch auch für andere Zwecke, bzw. Informationen nutzen. Sind nicht Bytes, sondern Dollar die Einheit, dann geht das auch. Der Journalist David McCandless vergleicht in seinem “Billion-Dollar-O-Gram” eindrucksvoll die Ausgaben für den Irak-Krieg mit den Kosten für die Finanzkrise 2008 und Weiteren. Da wirkt das Vermögen von Bill Gates nicht mehr so eindrucksvoll (das braune Rechteck unter dem Schwarzen in der dritten Spalte).

Doch wie können nun solche Grafiken erstellt werden?

Eine Liste von freien Tools gibt es bei Wikipedia (Liste Treemapping-Software). Und es gibt natürlich auch eine API von Google. Die API ist gut erklärt und in dem angegebenen Beispiel lassen sich schnell eigene Zahlen eintragen, dies zeigt ein Beispiel mit den Daten der Studiengebühren 2010 der Universität Duisburg-Essen. Grafisch noch optimierbar, aber immerhin.

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2 Antworten auf Treemaps für Milliarden und Studiengebühren

  1. Guido Kerkewitz sagt:

    Seit 2006 werden auch die Ausgaben des Bundehaushaltes auf einer Webseite mit Treemaps dargestellt:
    http://bund.offenerhaushalt.de/

  2. Guido Kerkewitz sagt:

    Auch Nachrichten lassen sich in Treemaps darstellen.
    Wer das einmal ausprobieren möchte, surft zu: http://newsmap.jp