Welche Erklärungskraft zum politischen Verhalten besitzt der lokale Kontext gegenüber einer individuellen Ressourcenausstattung?

Von Jakob Schuchardt

Jakob Schuchardt erwarb seinen Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Seine Abschlussarbeit schrieb er am Lehrstuhl für Empirische Politikwissenschaft bei Prof. Dr. Achim Goerres. In diesem Blogbeitrag diskutiert er die wichtigsten Ergebnisse seiner Arbeit.

„When only part of the people participate, the government is likely to be directed so as to violate the interests of the nonparticipators.“

So beschreibt Lester W. Milbrath (1972: S.142) ein zentrales Problem der politischen Partizipation. Wer innerhalb eines demokratischen Systems nicht partizipiert, dessen Interessen werden unter Umständen von den Regierenden übergangen. Ausgehend von dieser Problemstellung bildete sich in der Politikwissenschaft ein breiter Forschungsstrang zur Partizipation heraus. Einen vielbeachteten Ansatz zur Erklärung des Partizipationsverhaltens stellt das Ressourcenmodell politischer Partizipation von Henry E. Brady, Sidney Verba und Kay Lehman Schlozman (1995) dar, welches auf der Betrachtung der individuellen Ressourcen Zeit, Geld und bürgerlichen Fähigkeiten fußt. Weiterlesen

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Erfahrungsbericht: Ein Semester in New Orleans, Louisiana (USA)

Von Lukas Fiege

Lukas Fiege ist Student der Politikwissenschaft im Bachelor an der Universität Duisburg-Essen und studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für empirische Politikwissenschaft. Hier berichtet er von seinem Studienaufenthalt an der Tulane University in den Vereinigten Staaten.

Das Wintersemester 2017/18, mein fünftes Fachsemester im Bachelorstudiengang Politikwissenschaft, verbrachte ich an der Tulane University in New Orleans, Louisiana, USA. Ich durfte die stadtspezifische sowie amerikanische Südstaaten-Kultur kennenlernen, mein wissenschaftliches Englisch verbessern und vor allem die Vorteile des amerikanischen Universitätssystems nutzen. Weiterlesen

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Welche Faktoren bedingen die Wahlentscheidung von Russlanddeutschen?

Von Achim Goerres, Sabrina J. Mayer, Dennis C. Spies

Wähler/innen mit Migrationshintergrund gegen ihren Willen? Eine Fokusgruppenanalyse von Identifikationen, politischen Themen und Bindungen der Russlanddeutschen während des Bundestagswahlkampfs 2017. Im Artikel, der kürzlich im Journal of Ethnic and Migration Studies erschienen ist, auch verfügbar auf researchgate.net, untersuchen wir die politischen Bindungen von Russlanddeutschen. Der folgende Beitrag ist eine Kurzfassung der zentralen Ergebnisse.

“Russlanddeutsche”, die aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland migriert sind, stellen heute mit knapp 2,4 der 6,3 Millionen Wähler/innen die größte Gruppe von Wähler/innen mit Migrationshintergrund (Destatis 2017). Weiterlesen

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Klasse, Themen, Kontext: Wer wählt die Alternative für Deutschland?

Von Achim Goerres, Dennis C. Spies, Staffan Kumlin

„Neue Arbeiterpartei“, „Volkspartei“ oder „Partei der Globalisierungsverlierer“? In einer Analyse wird untersucht, wie sich die Wählerschaft der Alternative für Deutschland (AfD) zusammensetzt. Während regionale Unterschiede kaum eine Rolle spielen, zeigt sich, dass neben kulturellen auch wirtschaftliche Überzeugungen einen grossen Einfluss haben können. Die Studie zu diesem Beitrag finden Sie hier.

Die Anfang 2013 gegründete Alternative für Deutschland (AfD) muss bereits aus heutiger Perspektive als eine der elektoral erfolgreichsten Parteineugründungen der bundesrepublikanischen Geschichte gelten. Während die AfD bei ihrer ersten Bundestagswahl die für die parlamentarische Repräsentation notwendige Fünf-Prozent-Hürde knapp verfehlte, konnte sie – trotz intensiv geführter parteiinterner Auseinandersetzungen – zuletzt bei der Bundestagswahl 2017 12,6% aller Stimmen auf sich vereinen und ist nun in 14 von 16 Landtagen vertreten. Angesichts ihres anhaltenden Wahlerfolgs und ihrer polarisierenden, EU-skeptischen und migrationsfeindlichen Programmatik, ist es wenig überraschend, dass die AfD auch in der Parteien- und Wahlforschung auf grossßes Interesse gestoßen ist. Weiterlesen

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Masterstudium in Leiden, Niederlande – ein Erfahrungsbericht

Von Marius Müller

Marius Müller, ehemaliger Student (BA Politikwissenschaft) der Universität Duisburg-Essen, gibt einen kurzen Einblick, warum er sich letztes Jahr für den einjährigen Masterstudiengang International Politics an der Universität Leiden (Niederlande) entschieden hat. Darüber hinaus blickt er zurück darauf, welche Aspekte der Studienzeit in Leiden das vergangene Jahr für ihn zu einer positiven Erfahrung gemacht haben, aber nennt auch kritische Punkte, die zukünftige Studenten in Leiden berücksichtigen sollten. Weiterlesen

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Die (derzeitigen) Ergebnisse der Migrantenwahlstudie im Video

Am 06. Juni 2018 war Prof. Achim Goerres in der interdisziplinären Ringvorlesung der Universität Duisburg-Essen “Die kleine Form” zu Gast und präsentierte die derzeitigen Ergebnisse der Migrantenwahlstudie. Das Video davon gibt es jetzt hier im Blog zu sehen:

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Politicians in ageing democracies are catering to a grey interest constituency that does not exist

This essay is the last in a series written by Achim Goerres for the project “Ageing Democracies? Political Participation and Cultural Values Among the Elderly in Europe” financed by the Open Society Foundation. The complete project report with all essays and the reports written by the other project members can be found here. 

“With 20 million voters over the age of 50, isn’t it time politicians stopped just kissing babies?”

Age Concern England, 2005 British General Election Campaign

The above quotation is a typical example taken from an election campaign by an organisation representing the particular interests of elderly people. In many European countries, there are several of such organisations that provide social help or promote self-help for older people. These social old-age interest organisations tend to have at least small political offices that try to influence political outcomes. However, they are mostly social organisations providing club benefits to its members. There are no systematic analyses of these old age interest organisations across Europe yet. They tend to be much smaller in size and in political influence compared to the Association for Retired Persons in the United States, most likely due to Europe’s stronger trade unions. However, some of these organisations have a large number of members benefitting from various club goods, such as cheaper insurance. For instance, DaneAge in Denmark had 650,000 members in 2014 (28% of citizens aged 50 and over). The historical roots of these organisations do not lie in the dynamics of accelerated population ageing since the 1970s, but very often in the veterans’ organisations and pensioners’ organisations of the first half of the 20th century (for details see Doyle 2015: chap. 3). Weiterlesen

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How the young get more than the elderly out of society – but not out of the state

Pieter Vanhuysse, University of Southern Denmark

Accusations levelled against the baby boomer generation for hoarding too much wealth and wielding too much “grey power” in an age of “gerontocracy” have become commonplace across Europe. At the centre of this debate lies the question of what resources different generations pass on to each other – and what is fair.

But in a new research paper on intergenerational transfers, demographers Robert Gal, Lili Vargha and I argue that it’s misleading to portray older people as benefiting more from society than younger people. Weiterlesen

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There will never be a political age conflict between the young and the old.

This essay is the fifth in a series written by Achim Goerres for the project “Ageing Democracies? Political Participation and Cultural Values Among the Elderly in Europe” financed by the Open Society Foundation. The complete project report with all essays and the reports written by the other project members can be found here. In this essay Achim Goerres argues that there is no such thing as an age cleavage, and that it is highly unlikely to ever become a conflict line along to which the political system organises. Weiterlesen

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Migranten auf dem Stimmzettel: Eine Vignettenanalyse zur Untersuchung der Wirkung der ethnischen Herkunft von politischen Kandidaten in Verbindung mit weiteren Kandidateneigenschaften auf die Kandidatenevaluation der Wähler

Von Erik Wenker

Dem Beitrag liegt die Bachelorarbeit des Autors zugrunde, die am Lehrstuhl für Empirische Politikwissenschaft von Dr. Sabrina Mayer und Prof. Dr. Achim Goerres betreut wurde.

Während Migranten medial, politisch und wissenschaftlich zunehmend als relevante Wählergruppe wahrgenommen werden und auf dem politischen Parkett ankommen, um beispielsweise als Parteivorsitzende zu amtieren (Street 2014: 375), sind sie in Deutschland und Europa gleichzeitig parlamentarisch unterrepräsentiert (Bird/Saalfeld/Wüst 2011; Bloemraad/Schönwälder 2013). Weiterlesen

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