Vor 50 Jahren: Universitätsarchiv – Hitzige Debatten und Demonstrationen

Ministerpräsident Heinz Kühn, hier bei einer Plenardebatte im September 1972 in Düsseldorf, erntete für das Hochschulgesetz oft Kritik. (Bildquelle: Bildarchiv des Landtags Nordrhein-Westfalen/Fotografin Eva Tüsselmann)

Ministerpräsident Heinz Kühn, hier bei einer Plenardebatte im September 1972 in Düsseldorf, erntete für das Hochschulgesetz oft Kritik. (Bildquelle: Bildarchiv des Landtags Nordrhein-Westfalen/Fotografin Eva Tüsselmann)

Eine zweijährige Diskussion war der Verabschiedung des Hochschulgesetzes am 17. März 1970 vorausgegangen und auch am Stichtag konnte keine Einigung erzielt werden. Gegen die Stimmen der CDU-Opposition brachte die SPD/FDP-Koalition den Gesetzentwurf (Drucksache 6/1171) durch den Landtag, unterdessen demonstrierten vor dem Gebäude 6000 Schüler*innen und Student*innen.

Mit dem „Gesetz über die wissenschaftlichen Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen“ wurden Grundsätze für eine Neuordnung festgelegt, die es den Hochschulen ermöglichen sollten, den immer umfangreicheren Aufgaben gerecht zu werden.

Für die Beratungen des Kulturausschusses wurde aus den 700 eingereichten Seiten an Stellungnahmen von Hochschulen, ihren Gruppierungen und Verbänden eine 400 Seiten starke Synopse erstellt (Vorlage 6/1254).

Die Student*innen bemängelten an dem Entwurf unter anderem die Festlegung der Drittelparität nur im Konvent und die bevorstehenden Zulassungsbeschränkungen, während die Hochschullehrer*innen befürchteten, die Fachbereichsregelungen würden eine übergreifende Kooperation der verschiedenen Disziplinen verhindern. Zudem könne eine zu starke studentische Beteiligung in den Hochschulorganen, die über Forschungsvorhaben zu befinden hätten, wegen des fehlenden Sachverstandes der Student*innen die Forschungsfreiheit einschränken.

Schwerpunkt der Neuregelung war die Organisation der Hochschulen. Die Hochschulverwaltung sollte dadurch gestrafft und die Hochschullehrer*innen von Verwaltungsaufgaben entlastet werden. Allen Hochschulangehörigen sollte zudem eine gemeinsame Verantwortung übertragen werden, um die qualitativen Probleme zu lösen.

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