Vor 50 Jahren: Universitätsarchiv – Eltern zurück auf der Schulbank

Bildquelle: Stadtarchiv  Duisburg Ehemaliges Gebäude der Volkshochschule an der Königstraße in Duisburg im Jahr 1962.

Bildquelle: Stadtarchiv Duisburg
Ehemaliges Gebäude der Volkshochschule an der Königstraße in Duisburg im Jahr 1962

Um Eltern die Unterstützung ihrer Kinder beim Lernen zu erleichtern, richtete die Duisburger Volkshochschule (VHS), damals noch an der Königstraße 47, zu Beginn des Jahres 1970 eine „Elternschule“ ein. Ausschlaggebend dafür war vor allem die Veränderung der Methoden des Lehrens an den Schulen. Besondere Auswirkungen hatten zudem die systematischen Versuche in vielen Großstädten, Kinder bereits im Vorschulalter mit dem Lesen vertraut zu machen. Dies sollte den Kindern ihren Schulbeginn erleichtern, hatte aber zur Folge, dass sich die Mitwirkung durch die Eltern und die des familiären Umfeldes dieser neuen Herausforderung anpassen mussten. Des Weiteren wurden in der Schule immer unterschiedlichere Lernmethoden angewendet, die Art der Unterrichtsgestaltung wurde dementsprechend vielschichtiger.

Die Gebrüder Kern entwickelten um das Jahr 1930 die „Ganzheitsmethode“. Die Kinder sollten durch das Umstellen von Sätzen lernen, dass diese aus einzelnen Wörtern bestehen. Durch den Vergleich von verschiedenen Wörtern sollten sie die Lautqualität der Buchstaben entdecken. Dieses Lernverfahren stand vor allem den Lautiermethoden gegenüber. Nach dieser Lernmethodik, die von Valentin Ickelsamer, einem bayrischen Wissenschaftler auf dem Gebiet der Grammatik Mitte des 16. Jahrhundert angestoßen wurde, sollte beim Lesen nicht der Buchstabenname, sondern sein Laut vorgetragen werden.

Die Eltern konnten sich bei den Kursen der VHS über diese Methoden informieren und erhielten zahlreiche Tipps, wie sie ihre Kinder am besten unterstützen. So wurde zum Beispiel von Professor Dr. Jakob Muth von der Pädagogischen Hochschule Duisburg empfohlen, sich von den Kindern oft etwas vorlesen zu lassen und sie dabei zu loben und anzuspornen.

Das Angebot stieß auf reges Interesse. Während über 70 Kinder von Kinderpflegerinnen betreut wurden, begaben sich 120 Mütter nochmal auf die Schulbank um ihr Wissen zu erweitern.

 

In der Reihe „Vor 50 Jahren“ informiert das Universitätsarchiv regelmäßig über historische Ereignisse.

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