Eine Region und ihre Hochschulen: Duisburg und Essen 1655 – 1818 – 2018 (Vortragsreihe im WS 18/19)

  • 96 Studenten im 18. Jahrhundert
  • 77 Studenten im 19. Jahrhundert
  • Einzugsgebiet u. a. auch die Schweiz
  • Konfession auch Jüdisch
  • 6000 Bände im Bestand der Universitätsbibliothek

Diese und andere spannenden Informationen über die alte Universität Duisburg konnte man bei der Auftaktveranstaltung zur Vortragsreihe im wunderschönen Mercator-Saal im Kultur- und Stadthistorischen Museum in Duisburg am 12.10.2018 erfahren.

Hier findet die Tagung am 12. Oktober statt.

Veranstalter waren das Universitätsarchiv Duisburg-Essen und das Institut für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung der UDE (InKuR).

Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Leiterin des Museums Frau Dr. Sommer und den leitenden Bibliotheksdirektor Herrn Bilo, der auch im Namen des Rektors der Universität das Grußwort übermittelte.

Einleitende Worte sprachen Herr Prof. Dr. Fuchs, Institutsdirektor des InKuR und Herr Dr. Friggemann, Leiter des Universitätsarchivs.

Sektion 1

In Sektion 1 der Tagung ging es um die Zeit 1655-1818. Mehrere Vorträge schlugen den Bogen über die Jahre und zeigten die Entwicklung der institutionellen Umbrüche bis zur Schließung der alten Universität Duisburg auf.

Im ersten Vortrag von Herrn Dr. Komorowski, Bibliotheksrat a.D., ging es um die Historie der alten Universität. Der Bestand der Bibliothek, der teils deutlich kleiner war als so manche Professorenbibliothek, die Insignien der Universität und das Archiv gingen nach der Schließung an die Universität Bonn, die sich um die Pflege und Wahrung der Duisburger Traditionen bemühte.

Nach einer kurzen Diskussionsrunde ging es im zweiten Vortrag um die Frage, ob es um 1800 ein Universitätssterben gab und ob die Schließung der Universität Duisburg einen messbareren Verlust für die Region darstellte. Herr Dr. Friggemann konnte durch Fakten und Zahlen (1820 gab es von ehemals 45 Universitäten und Hochschulen nur noch 21) die Frage nach dem Universitätssterben beantworten. Als eine mögliche Ursache nannte er eine verstärkte ökonomische Betrachtung der Einrichtungen.

In einem spannenden dritten Vortrag von Herrn Dr. Pilger, Institutsleiter des Duisburger Stadtarchivs, wurde die Darstellung der Universität Duisburg nach ihrer Schließung im Spiegel der Forschung und Publizistik beleuchtet. Sie wurde als „schrullige Universität“ bezeichnet, Es wurde von der „Lust- und Leistungslosigkeit der Professoren“ berichtet. Also alles in allem gab es eine eher negative Darstellung. Dies wandelte sich erst, als die Pädagogische Hochschule 1965 gegründet wurde. Da wurde dann von einer jahrhundertlangen geistigen Tradition gesprochen.

Die sich anschließende Diskussionsrunde zu den Fragen der Wahrnehmung der Universität gestern und heute entwickelte sich lebhaft.

Sektion 2

In Sektion 2 kam der Sprung in die Neuzeit

Der vierte Vortrag, gehalten von Herrn Dr. Friggemann, befasste sich mit dem Wiedererwachen des Hochschulstandortes und beleuchtet die Pädagogische Ausbildung 1946-1972 und die Integration dieser in die neugegründete Gesamthochschule. Zu konstatieren ist bei dieser Entwicklung die stetige Verwissenschaftlichung der Lehrerausbildung.

Den Abschluss bildete der Vortrag eines Zeitzeugen: Herr Prof. Dr. Loth, Professor für Neuere und Neueste Geschichte, schilderte die zweite Ausbaustufe der Universität-Gesamthochschule Essen.Er berichtete vom Zusammenwachsen der unterschiedlichen Bestandteile der Universität, den Konflikten, die dabei entstanden, und von den Versuchen, die neue Universität durch Innovationen in der deutschen Universitätslandschaft zu profilieren.

Zum Abschluss der gelungenen Veranstaltung gab es eine letzte Diskussionsrunde.

Weiterführende Vortragsreihe:

Hinweisen möchten wir an dieser Stelle noch auf die sich anschließende Vortragsreihe in diesem Wintersemester.

Los geht es am Donnerstag, den 18.10.2018 im Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv (Ernst-Schmidt-Platz 1 in Essen) mit dem Vortrag:
Vielfalt und Einheit: Hochschulgründungen und Hochschulreform in der alten Bundesrepublik (1949-1989) von Herrn Dr. W. Rudloff (Universität Kassel)

Alle Vorträge finden jeweils donnerstags 18:15 – 19:30 Uhr statt, sind kostenlos und können ohne Anmeldung besucht werden.
Ausnahme ist der Vortrag am 29.11. im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Für diesen Vortrag wird bis zum 27.11. um Anmeldung gebeten (maria.klauwert@kwi-nrw.de oder Telefon 0201 7204-153).

Weiter Infos zur Vortragsreihe: https://www.uni-due.de/ub/archiv/hochschulgeschichte_vortragsreihe.php

-Birgit Omansiek-

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