Neue Ausstellung: Der jüdische Friedhof im Segeroth-Viertel

Verborgen? Jedenfalls nicht leicht zu finden und für die Öffentlichkeit nicht ohne weiteres zugänglich: Ein jüdischer Friedhof liegt nahe beim Uni-Campus Essen. Unter Federführung von Frau Nathanja Hüttenmeister vom Steinheim-Institut in Essen hat eine Gruppe von Forscherinnen eine Dokumentation über den jüdischen Segeroth-Friedhof erstellt, deren Ergebnisse in einer Wanderausstellung in der Universitätsbibliothek präsentiert werden. Sie ist vom 24. April bis 4. Juni 2017 im Eingangsbereich der Fachbibliothek GW/GSW zu sehen.

 

Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof im Segeroth-Viertel

Jüdischer Friedhof Segeroth | © Alte Synagoge Essen

Mit der Industrialisierung kam es zu einem großen Zuzug von Menschen nach Essen. Dabei wuchs auch die Synagogengemeinde stark an und ein neuer Friedhof war nötig. Dieser wurde 1885 angelegt und bis etwa 1931 genutzt. Rund 750 Grabsteine überstanden Schändungen und Bombardierungen. Sie zeugen vom Leben einer damals großen jüdischen Gemeinde, die in den 1920er Jahren 4500 Mitglieder umfasste. Auch kulturelle und landsmannschaftlich-religiöse Unterschiede sind fassbar: fromme Familien ließen viel auf Hebräisch meißeln, liberal-religiöse formulierten fast nur auf Deutsch. Jüdische und allgemeine Symbole wurden verwendet.

Der Friedhof befindet sich in unmittelbarer Nähe des Campus der Universität Duisburg-Essen, nordwestlich vom Rektorat im heutigen Segeroth-Park. Das Grundstück gehört dem Landesverband der jüdischen Gemeinden von Nordrhein. Er ist nicht geöffnet.

Eine Führung für Interessierte bieten wir am Freitag den 28. April 2017 um 14.00 Uhr an: Treffpunkt ist der Eingang der Universitätsbibliothek. (Gute Schuhe und für Männer Kopfbedeckung mitnehmen!) Eine seltene Gelegenheit, diese Grabstätten in Augenschein zu nehmen!

Zur Ausstellungsseite mit Literaturhinweis

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